Hans Fallada: Jeder stirbt für sich allein

In seinem letzten Roman von 1946 „Jeder stirbt für sich allein“ schreibt Hans Fallada, eigentlich Rudolf Ditzen, über Diktatur, Hoffnungslosigkeit und die Rolle des Gewissens. Der Roman ist erst jetzt in einer ungekürzten Fassung erschienen. Die Romanvorlage basiert auf einer realen Prozessakte aus den Archiven der NS-Regierung. Fallada konnte sich zuerst nur schwerlich dazu durchringen, sich mit dem schwierigen Stoff zu befassen, doch dann schrieb er den Roman in nur wenigen Monaten. Das Jahr darauf starb Hans Fallada.

Seine Protagonisten, das Ehepaar Hampel, leben im Deutschland der NS-Zeit und entscheiden sich mitten im Krieg, gegen das Unrechtsregime Widerstand zu leisten. Fast lächerlich wirkt der Versuch, mit heimlich verteilten Postkarten die Menschen auf die Manipulation und die Gräueltaten Hitlers aufmerksam zu machen. Im Laufe des Romans begegnen einem moralisch verdorbene und mit der Situation überforderte Menschen aus allen Klassen, vom Richter bis zum Kleinkriminellen, vom Gestapo-Kommissar bis zum Spitzel. Wegen der Boshaftigkeit und Gewissenlosigkeit ihrer Mitmenschen fliegt das Ehepaar auf und wird verhaftet, verhört und hingerichtet. Die Hampels haben mit ihrer Postkartenaktion letztendlich nicht mehr erreicht, als dass sie ihrem Gewissen gefolgt sind. Allerdings ist das nach Fallada auch das einzige, was zählt.

Der Roman erschien im Aufbau Verlag und kostet 19,95 Euro.

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