Sándor Márai: Die Schwester

Sándor Márai: Die Schwester

Sándor Márai: Die Schwester
Sándor Márai: Die Schwester

Unerfüllte Liebe ist ein hartes Los. Als sich im transsilvanischen Winter auf einem Gasthof in den Bergen eine bunte Weihnachtsgesellschaft einfindet, lernen sich dort der Erzähler und der berühmte Pianist Z. kennen. Die Feierlaune wird jäh unterbrochen, als ein Liebespaar gemeinsam in den Freitod geht. Das weckt bei Z. traumatische Erinnerungen an seine große, unerfüllte Liebe. Durch sie entdeckte er seine Passion, aber sie brach ihm auch das Herz.

Sándor Márai wurde 1900 in Kaschau , Österreich-Ungarn, heute Slowakei, geboren. Sein Vater Géza Grosschmid war Anwalt und Königlicher Vizenotar, seine Mutter Lehrerin an einer Mädchenschule. Der Name Márai leitet sich von dem Adelsprädikat de Mára ab, das seinem Großvater vom Kaiser verliehen wurde. Zuerst nutzte er den Namen für seine Publikationen in der Presse, änderte ihn dann 1939 offiziell in Márai. 1919 emigrierte er wegen politischer Unruhen nach Deutschland. Er setzte sein Studium der Journalistik in Leipzig, dann in Frankfurt am Main und zuletzt in Berlin fort, allerdings ohne Studienabschluss. Nebenbei schrieb er Artikel für Blätter wie „Der Drache“ und die „Frankfurter Zeitung“. Nach seiner Heirat mit Ilona Matzner 1923 zog er nach Paris, wo er Kontakte zu der literarischen Szene pflegte. Er las Werke von Kafka, Flaubert, Balzac etc. Er übersetzte viele der Werke ins Ungarische, um sie einem größeren Publikum zugänglich zu machen.

Ab 1928 verfasste er viele seiner Werke, u.a. „Die Schule der Armen“, „Land, Land“. „Bekenntnisse eines Bürgers“, „Die Glut“. Sein einziger leiblicher Sohn starb kurz nach der Geburt 1939. Nach dem Krieg und der Besetzung durch die Rote Armee fingen er und seine Frau bei Null an. Trotzdem fasste er sehr schnell wieder Fuß in der ungarischen Gesellschaft und wurde z.B. zum Generalsekretär des Ungarischen Schriftstellerverbandes gewählt. Das Ehepaar Márai adoptierte sogar ein Kind. Nachdem die Kommunisten jedoch die Macht übernommen hatten, wurde er immer öfter öffentlich diffamiert und entschloss sich zur Emigration nach Italien. In dieser Zeit entstanden Werke wie „Die Schwester“ und „Zauber“, das Theaterstück „Ein Herr aus Venedig“ und der zweite und dritte Teil seiner großen Familienchronik „Die Beleidigten“. 1948 verließ Márai Ungarn endgültig, zog nach Neapel, doch wurde er durch die dortigen politischen Umstände auch nicht glücklich. Er arbeitete damals u.a. mit Sender „Radio Free Europe“ zusammen.

Die Familie Márai zog  daher 1957 in die USA. Bis zu diesem Zeitpunkt war er literarisch und journalistisch vielseitig tätig, anders in den USA. Dort setzte er seine Arbeit nicht fort. Im kurzen Zeitraum zwischen 1986 und 1987 starben seine Frau, sein Bruder und sein Sohn. Obwohl ihm in dieser Zeit überall Anerkennung für sein früheres Schaffen, sogar aus dem kommunistischem Ungarn, gezollt wurde, beschloss Márai seinem Leben ein Ende zu setzen. Im Februar 1989 erschoss er sich. 3492054633

Der Roman erscheint im Piper Verlag und kostet 18,99 €.

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