110. Todestag von Friedrich Nietzsche

Heute vor 110 Jahren starb der deutsche Philosoph und Schriftsteller Friedrich Nietzsche in Weimar. Der Professor für klassische Philologie an der Universität  Basel erlangte durch seine Schriften wie zum Beispiel „Also sprach Zarathustraschon zu Lebzeiten international große Popularität. Neben Schopenhauer gilt Richard Wagner als eine seiner größten Inspirationsquellen. Allerdings wandelt sich der Einfluss Wagners über die Jahre. In Werken wie die „Geburt der Tragödie“ bewertet Nietzsche den zeitgenössischen Komponisten noch positiv, doch im Laufe der Zeit verschlechtert sie das Bild zusehends.

Während der Zeit des Nationalsozialismus kam es zu einer gravierenden Fehlinterpretation von Nietzsches „Übermensch“. Nach Auslegung der Nationalsozialisten forderte Nietzsches Text die Erschaffung sogenannter Herrenmenschen. Die Nazi-Ideologen missbrauchten seine Thesen für die Untermauerung ihrer Rassentheorie.

Bereits im Alter von 44 Jahren, 10 Jahre vor seinem Tod, befiel ihn eine schwere Geisteskrankheit, die den endgültigen Rücktritt von seiner Lehrtätigkeit und eine Vormundschaft notwendig machte. Seine Texte, die bereits vor gut hundert Jahren Anlass zu hitzigen Diskussionen gaben, werden noch heute immer wieder neu gedeutet. Die Fragen nach Moral, Wissenschaft, Philosophie und Religion sind nach wie vor Gegenstand philosophischer Diskurse.

Mit seinen Kritiken hat Nietzsche ein Werk hinterlassen, dessen Gehalt in vielen Teilen stark umstritten ist, in einigen Aspekten jedoch die Suche nach einem neuen Selbstverständnis des modernen Menschen widerspiegelt.

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