Der Deutsche Buchpreis 2010 geht an Melinda Nadj Abonji

Gestern Abend wurde in Frankfurt der Deutsche Buchpreis 2010 verliehen. Die Auszeichnung erhielt die Autorin Melinda Nadj Abonji für ihr Buch „Tauben fliegen auf“. Die 42-Jährige stammt aus der serbischen Provinz Vojvodina, wo sie der ungarischen Minderheit angehörte. Mit fünf Jahren kam sie in die Schweiz. Sie selbst bezeichnete sich bei der Preisverleihung als „ungarische Serbin, die in der Schweiz lebt“. In ihrem dritten Roman „Tauben fliegen auf“ erzählt sie die Geschichte der serbischen Familie Kocsis. Melinda Nadj Abonji beschreibt das Leben der ungarischen Minderheit im Norden Serbiens, schildert die Integrationsprobleme in der Schweiz und spannt den Bogen zum Jugoslawien-Konflikt.

Die siebenköpfige Jury schrieb in ihrer Begründung:

„Melinda Nadj Abonji erzählt … mit einer eigenen und äußerst lebendigen Stimme, zunächst noch mit dem Blick des Kindes auf die Welt, dem alles neu ist und sich doch von selbst versteht, dann der jungen Frau, die allmählich die Brüche in und zwischen diesen sehr verschiedenen Welten wahrnimmt, immer aber mit einer großen Empathie und Humanität. Was als scheinbar unbeschwerte Balkan-Komödie beginnt, wenn die Familie mit einem klapprigen braunen Chevrolet die sommerliche Reise in die alte Heimat antritt – darauf fallen bald die Schatten der Geschichte und der sich anbahnenden jugoslawischen Kriege. So gibt das Buch ‚Tauben fliegen auf“ das vertiefte Bild eines gegenwärtigen Europa im Aufbruch, das mit seiner Vergangenheit noch lang nicht abgeschlossen hat.“

Das Buch ist im Jung und Jung Verlag erschienen und kostet 22 Euro.

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