Das Ministerium des äußersten Glücks (bei Weltbild)

Arundhati Roy und das Ministerium des äußersten Glücks

Buchtipp des Monats Juli 2017

1997 erhielt eine fast unbekannte Inderin den Booker-Prize für ihren Debüt-Roman Der Gott der kleinen Dinge. Zwanzig Jahre danach erschien Ende Juni nun The Ministry of Utmost Happiness, der zweite Roman der Schriftstellerin und Aktivistin Arundhati Roy, und es gibt ihn ab August 2017 auch auf Deutsch: Das Ministerium des äußersten Glücks.

Ihr in mancher Hinsicht biografischer erster Roman thematisierte unter anderem das indische Kastensystem, die Rolle der Frau und das Leben von Christen im südindischen Kerala, wo die Autorin als Tochter einer geschiedenen, syrisch-christlichen Mutter aufwuchs. Und so überraschend ihre durch den Booker-Prize gewonnene Berühmtheit war, so gut wusste und weiß Arundhati Roy diese Popularität zu nutzen. Sie macht auf ihre politischen Anliegen aufmerksam, greift in Essays und Reden Themen wie die atomare Aufrüstung Indiens und Pakistans auf und prangert soziale Missstände an.

Das Ministerium des äußersten Glücks (bei Weltbild)
Das Ministerium des äußersten Glücks (bei Weltbild)

Eine mutige Kämpferin (ihr Booker-Preisgeld stellte sie übrigens einer Bürgerrechtsbewegung zur Verfügung), die sich wegen ihres Engagements immer wieder Feindseligkeiten ausgesetzt sieht: „Man kann nie voraussehen, welche ‚identitären‘, chauvinistischen, nihilistischen Schlägergruppen hinter einem her sind. Welcher heimtückische, publicitygeile Mensch wird vor Gericht eine Anklage gegen dich erheben, so dass die Bürger ein Schauspiel erleben – mit einem Schriftsteller, einem Regisseur oder einer Schauspielerin, die wie Kriminelle einem Richter vorgeführt werden?“, sagte Arundhati Roy in einem Interview des S. Fischer Verlages (zu lesen in der Verlagsvorschau für Herbst 2017).

An ihrem neuen Roman hat Arundhati Roy über zehn Jahre lang gearbeitet: „In all den Jahren voller Reisen, Leben, Wohnen und Lieben, in denen ich an ihm schrieb, war ich immer wieder überrascht, an den unwahrscheinlichsten Orten Liebe, Hoffnung und glück zu finden – und im Gegenzug zu entdecken, dass woanders völlig unerwartet Verzweiflung und Gemeinheit, Kleingeist und Pessimismus wie Pilze aus dem Boden schießen.“

Inhalt: Das Ministerium des äußersten Glücks

… führt uns an den unwahrscheinlichsten Ort, um das Glück zu finden. Eine Reihe ausgestoßener Helden ist hier mit ihrem Schicksal konfrontiert, aber sie finden eine Gemeinschaft, sie bilden eine Familie der besonderen Art. Auf einem Friedhof in der Altstadt von Old-Delhi wird ein handgeknüpfter Teppich ausgerollt. Auf einem Bürgersteig taucht unverhofft ein Baby auf. In einem verschneiten Tal schreibt ein Vater einen Brief an seine 5-jährige Tochter, wie viele Menschen zu ihrer Beerdigung kamen. In einem Zimmer im 2. Stock liest eine einsame Frau die Notizbücher ihres Geliebten. Im Schlaf umarmen sich fest zwei Menschen, als ob sie sich eben erst getroffen hätten – aber sie kennen sich schon ein Leben lang. (aus dem Infotext des S. Fischer Verlages)

Voraussichtlich ab 10. August 2017 wird Das Ministerium des äußersten Glücks erhältlich sein. Auf Englisch können Sie The Ministry of Utmost Happiness schon jetzt lesen.

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