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Inger-Maria Mahlke – Archipel

Nachtrag, 09.10.2018

Deutscher Buchpreis 2018 für „Archipel“ von Inger-Maria Mahlke

„Die Jury bezeichnete das Buch, das als beste literarische Neuerscheinung des Jahres im deutschsprachigen Raum prämiert wurde, am Montagabend als ‚eindrückliches Ereignis’“, berichtet Deutschlandfunk Kultur.

Blogbeitrag vom 22.08.2018

Ein großer Familienroman von der Peripherie des europäischen Kontinents, von Teneriffa, der Insel des ewigen Frühlings: Mit ihrem neuen Roman Archipel blickt Inger-Maria Mahlke zurück auf hundert Jahre europäische Geschichte – deutungsstark, unbefangen, frei von Sentimentalität, dafür voller Erfindungskraft und Atmosphäre.

Inger-Maria Mahlke – die Autorin

… ist in nur wenigen Jahren zu einer der renommiertesten deutschen Schriftstellerinnen avanciert. Mit jedem ihrer Bücher hat sie sich thematisch und formal weiter vorgewagt. Sie wuchs in Lübeck und Teneriffa auf, studierte Rechtswissenschaften in Berlin, arbeitete dort am Lehrstuhl für Kriminologie. Für ihren Debütroman Silberfischchen (Buch bei Weltbild) erhielt sie den Klaus-Michael-Kühne-Preis.

Ein Auszug aus dem Roman Rechnung offen (Buch bei Weltbild) brachte Inger-Maria Mahlke beim Wettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis den Ernst-Willner-Preis ein. 2014 erhielt sie den Karl-Arnold-Preis der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste. Ihr zuletzt erschienener Roman Wie ihr wollt (Buch bei Weltbild) schaffte es auf die Shortlist zum Deutschen Buchpreis.

Archipel (Buch bei Weltbild.de)
Archipel (Buch bei Weltbild.de)

Nun führt Mahlke in Archipel rückwärts durch ein Jahrhundert voller Umbrüche und Verwerfungen, großer Erwartungen und kleiner Siege. Durch Julios Jahrhundert, durch das der Bautes, Bernadottes, Wieses, Moores, Gonzales – Familiennahmen aus ganz Europa. Aber da sind auch jene, die keine Namen hatten. Die unverheiratete Mutter, Köchin, Tomatenpackerin etwa, die für alle nur „die Katze“ war und irgendwann verschwand.

Archipel – Inhalt

Es ist der 9. Juli 2015, vierzehn Uhr und zwei, drei kleinliche Minuten. In La Laguna, der alten Hauptstadt des Archipels, beträgt die Lufttemperatur 29.1 Grad. Der Himmel ist klar, wolkenlos und so hellblau, dass er auch weiß sein könnte.

So fängt es an. So und mit Rosa, der Tochter von Ana und Felipe. Rosa hat ihr Kunststudium abgebrochen und kehrt zurück auf die Insel, in das heruntergekommene Haus der vormals einflussreichen Bernadottes.

Rosa sucht, weiß aber nicht genau, was. Für eine Weile sieht es so aus, als könnte sie es im Asilo, im Altersheim von La Laguna finden. Dort, wo Julio noch im Alter von über neunzig Jahren den Posten des Pförtners innehat. Julio, der im spanischen Bürgerkrieg Kurier war, von den Faschisten gefangengenommen wurde, floh und in die Heimat zurückkehrte. Julio ist Rosas Großvater mütterlicherseits. Er ist einer, der so etwas wie Privilegien nur als die der anderen kennt. Und nun hütet er die letzte Lebenspforte der Alten auf der Insel …

Mehr Infos über Archipel von Inger-Maria Mahlke finden Sie bei Weltbild.de.