Hans Fallada: Kleiner Mann - was nun? ungekürzt

Literarische Sensation: Kleiner Mann – was nun? erstmals in der Originalfassung

Der Weltbestseller Kleiner Mann – was nun? von Hans Fallada war seit Erscheinen 1932 stets nur gekürzt erhältlich – jetzt gibt es ihn erstmals in der vollständigen Originalfassung! Die Neuauflage aus dem Aufbau Verlag ist nun rund ein Viertel länger.

Kleiner Mann – was nun? – Inhalt

Der kleine Mann heißt Johannes Pinneberg und ist ein – kleiner – Angestellter. Seine Freundin Emma, „Lämmchen“ genannt, wird Anfang der 1930er-Jahre schwanger, und so heiraten die beiden. Doch das Geld ist knapp, Weltwirtschaftskrise und erstarkende Nazis machen das Leben nicht leichter, trotzdem scheint die Ehe glücklich zu werden. Allerdings verliert Buchhalter Pinneberg damit auch seinen Job, denn die Frau seines Arbeitgebers wollte ihn eigentlich mit ihrer Tochter verbandeln.

Hans Fallada: Kleiner Mann - was nun? ungekürzt
Hans Fallada: Kleiner Mann – was nun? ungekürzt

Über den Freund seiner Mutter, einer Berliner Lebedame, erhält Pinneberg eine neue Stelle als Verkäufer für Herrenbekleidung. Als seine Verkäufe stagnieren und er auch noch wegen Zuspätkommens verwarnt wird, kommt zu allem Überfluss auch noch ein Schauspieler in den Laden. Der hatte Pinneberg einst als „kleiner Mann“ in einem Film beeindruckt. Jetzt probiert er nur Kleidung an, ohne zu kaufen, und beschwert sich auch noch über Pinneberg bei dessen Arbeitgeber – Grund genug für die nächste Kündigung. Sohn Horst ist mittlerweile auf der Welt, Pinneberg wird „langzeitarbeitslos“ und beginnt, die Selbstachtung zu verlieren. Die Liebe zu Lämmchen aber bleibt …

So weit, so bekannt. Was ist nun neu an der ungekürzten Neuauflage? Zum Beispiel eine Tour der Pinnebergs durch das Berliner Nachtleben, die Falladas Verlag ursprünglich wohl zu anrüchig war. Wunderbar schildert der Schriftsteller, wie die beiden, die man wohl als Spießer bezeichnen könnte, mal aus ihrem Leben ausbrechen und mit den damals modernen Flirttechniken konfrontiert werden – zum Beispiel in einem Lokal Briefchen per Rohrpost von einem Tisch zum andern schicken: „Ich hab doch ´ne hübsche Frau! Ob denn gar kein Brief an sie kommt?“, lässt Fallada seinen Pinneberg denken, denn auch als Spießer will man irgendwie dazugehören, selbst wenn das Milieu nicht unbedingt das eigene ist. Schon wegen der Schilderung dieses nächtlichen Ausflugs lohnt es sich, Kleiner Mann – was nun? nochmal zu lesen. Und wer den Roman noch nicht kennt, sollte sich gleich die Neuauflage zulegen. Ein Weltbestseller, der jetzt noch besser ist, wann gibt’s das schon mal?

Hans Fallada: der Autor

Der Sohn eines Beamten wurde 1893 in Greifswald geboren und machte eine landwirtschaftliche Lehre. Er arbeitete zunächst auf Rittergütern, ab Ende der 1920er-Jahre als Verlagsangestellter. Bereits 1920 erschien sein Debüt-Roman Der junge Goedeschal, doch erst 1931 entschied sich Hans Fallada für die freiberufliche Schriftstellerei. Kleiner Mann – was nun? macht ihn 1932 berühmt. Falladas starb 1947 in Berlin, im gleichen Jahr erschien sein letzter Roman war Jeder stirbt für sich allein.