Volker Reinhardt - Luther, der Ketzer

Luther, der Ketzer von Volker Reinhardt

Ein bahnbrechendes Buch! Volker Reinhardt zeigt in Luther, der Ketzer an bislang unbeachteten Akten aus den vatikanischen Archiven, wie der Reformator von Rom aus wirklich wahrgenommen wurde – und wie wenig die Glaubensspaltung tatsächlich mit Glaubensfragen zu tun hatte.

Luther, der Ketzer – Inhalt

Ein unbedeutender Mönch, der gegen die prachtvolle, scheinbar recht unchristliche Herrschaft der Päpste aufbegehrte, reformieren, nicht zerstören wollte, und am Ende doch für die Spaltung der Kirche sorgte. So in der Art wird der Reformator Martin Luther uns heute meist vorgestellt. Doch nun hat Volker Reinhardt römische Quellen gesichtet, die zuvor kaum beachtet wurden und die die Reformation in einem ganz neuen Licht erscheinen lassen.

Volker Reinhardt - Luther, der Ketzer
Volker Reinhardt – Luther, der Ketzer

Die Theologen Roms fühlten sich von Luther in ihren althergebrachten Vorurteilen bestätigt. Sie sahen kultivierte Italiener auf der einen, barbarische Deutsche auf der anderen Seite. Luther war für sie ein grobschlächtiger, eitler Mönch, ein Hassprediger, dem man die Fähigkeit zum theologischen Disput gar nicht zutraute. Die Gründe für Luthers flammenden Hass auf „des Teufels Sau, den Bapst“ konnten sie daher nicht verstehen. Die spätere, mythische Verklärung der Begegnungen zwischen Luther und dem Papsttum würde die Vertreter der damaligen römischen Kirche wohl sehr verwundern: Sie selbst nahmen das Geschrei im fernen Deutschland zunächst schlicht nicht ernst.

Die Päpste unterschätzten die Gefahr, die von dem wortgewaltigen deutschen Mönch ausging. Denn nicht die theologischen Differenzen führten schlussendlich zur Kirchenspaltung. Sondern die ganz eigenen Interessen deutscher Fürsten, die die Möglichkeit sahen, durch die Unterstützung Luthers ihre Ziele zu erreichen.

Volker Reinhardt – der Autor

… ist Professor für die Geschichte der Neuzeit an der Universität Fribourg in der Schweiz. Reinhardt (geb. 1954) gehört zu den weltweit renommiertesten Kennern des Renaissance-Papsttums.