Zum 100. Geburtstag von Max Frisch

Max Frisch wird am 15. Mai 1911 in Zürich geboren. Sein Vater Bruno Frisch war Architekt und mit Karolina Bettina Frisch, geb. Wildermuth, verheiratet. Frisch besucht von 1923 bis 1930 das Realgymnasium und studiert direkt im Anschluss Germanistik an der Züricher Universität bis 1932. Nach dem Tod des Vaters muss Max Frisch die Familie ernähren und sein Studium unterbrechen. Seine ersten schriftstellerischen Versuche werden Opfer der Flammen, als der junge Max Frisch Zweifel an seinen Fähigkeiten kommen und er all seine Skripte verbrennt.

Er schreibt sich 1936 an der Eidgenösischen Technischen Hochschule in Zürich ein und studiert dort Architektur. Diesmal schließt er als Diplomarchitekt ab. Die nächsten Jahre feiert er als Architekt Erfolge, er eröffnet sein eigenes Büro und heiratet sogar eine Architektin, Gertrud Constanze von Meyenburg. Das Paar bekommt drei Kinder, aber die Ehe steht unter keinem guten Stern. Nach längerer Trennung werden die zwei 1959 geschieden.

In der Nachkriegszeit verfasst Max Frisch mehrere Dramen zum Thema Krieg, wie „Nun singen sie wieder“ oder „Die chinesische Mauer“. Er trifft berühmte Zeitgenossen wie Bertolt Brecht, Friedrich Dürrenmatt, Peter Suhrkamp und Ingeborg Bachmann. Brecht und Bachmann widmet er eigene Werke: „Montauk“ und „Erinnerungen an Brecht“.
1951 erhält er ein Rockefeller Stipendium und kann so ein Jahr in den USA verbringen. Seine großen Romane verhelfen ihm zum Durchbruch und zu internationaler Anerkennung: „Stiller“ im Jahr 1954, „Homo Faber“ aus dem Jahr 1957 und „Mein Name sei Gantenbein“ aus dem Jahre 1964 werden weltbekannt und teils verfilmt, wie z.B. „Homo Faber“ im Jahre 1989.

Nachdem er als Schriftsteller so viel Erfolg hat, schließt er 1955 sein Architekturbüro und widmet sich nur noch dem Schreiben. Die folgenden Jahre bekommt er den Büchner-Preis (1958) und den Literaturpreis der Stadt Jerusalem verliehen, er geht nach Rom, erhält fünf Ehrendoktorwürden verschiedener Universitäten aus Deutschland und den USA und pendelt zwischen Zürich, Berlin und New York hin und her. Die Ehe mit der Studentin Marianne Oellers hält immerhin von 1968 bis 1979.

Seine Bücher behandeln immer politische, persönliche oder gesellschaftliche Probleme. Er konzentriert sich auf Themen, die regelmäßig (unangenehm) aufstoßen und Diskussionen entfachen, so etwa „Wilhelm Tell für die Schule“, „Dienstbüchlein“ oder „Der Mensch erscheint im Holozän“. Sein Spätwerk beginnt 1978 mit seinem Drama „Triptychon“. Er verfasst außerdem die Rede „Am Ende der Aufklärung steht das goldene Kalb“ zu seinem 75. Geburtstag sowie Streitschriften und Bühnenstücke u.a. zur Abschaffung der Schweizer Armee.
Nach langem Krebsleiden stirbt Max Frisch am 4. April 1991 in Zürich.

Suhrkamp veranstaltet anlässlich des 100. Geburtstags von Max Frisch eine Lesereihe.

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