LeYo von Carlsen: Innovative virtuelle Buchwelten für Kinder

LeYoLeYo ist Weltatlas, Märchenschatz, Bildwörterbuch, Kindersachbuch und mehr. Der Carlsen Verlag stellte LeYo mit viel Tamtam auf der Buchmesse 2014 als erste Multimedia-Bibliothek für Kinder vor. LeYo verbindet gedrucktes Kinderbuch und Augmented Reality über eine App. Hoppla: Augmented Reality sollte ich noch erklären. Darunter versteht man die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung. So formuliert es die deutschsprachige Wikipedia. Einfach gesprochen: Das Konzept von LeYo umfasst eine App, die gratis auf Smartphones und Tablets geladen werden kann und für Kinder interaktive Geschichten zaubert, ausgehend von den Geschichten oder Darstellungen im gedruckten Buch der LeYo-Kinderbuchreihe. Der Verlag wirbt damit, LeYo sei die erste Multimedia-Bibliothek für Kinder. Dabei kommt es aber darauf an, was man unter „Multimedia“ versteht. Früher reichte eine dem Buch beigelegte CD, um von einem „Multimedia-Produkt“ im Verlagswesen zu sprechen.

Egal, LeYo ist jedenfalls eine gute Idee, wie Carlsen Kinderbücher mit digitalen Welten verknüpft. Gedacht ist die LeYo-Kinderbuchreihe für Kinder zwischen drei und sechs Jahren. Mittels der LeYo-App können sie auf Smartphone oder Tablet hinter die gedruckten Gutenberg-Welten schauen und anhand von Spielen, Geräuschen, Musik, Erzählungen und weiteren Bildern noch mehr erleben. Sagen Sie jetzt nicht, das wäre zu schwierig für Drei- bis Sechsjährige! Schauen Sie ihnen zu, wie sie Smartphones und Tablets bedienen. Schon nach wenigen Stunden werden Sie von Ihren Sprösslingen lernen können! Alltagsthemen wie Jahreszeiten, Kindergarten, Bauernhof, Fahrzeuge werden dank LeYo zu Multimedia-Erlebnissen, die gedruckte Kinderbuch-Welten erweitern.

Das Startprogramm von LeYo beinhaltet neun Titel in verschiedenen Formaten und Preiskategorien, die eine „moderne Vielfalt in Ton und Bild“ bieten, wie es Carlsen formuliert. Und das Angebot ist medienübergreifend! Kinder können spielerisch ihre Neugierde befriedigen, die Geschichten zum Leben erwecken, mit den Buch-Figuren auf Reisen gehen und in den durch neue Medien erweiterten Welten ihre Spuren hinterlassen. Sicher lassen sich Kinder so an neue Inhalte heranführen, denn diese Inhalte sind eine spannende Erlebnisbühne für sie, eine virtuelle Erprobungswelt. Die Handhabung, so verspricht der Carlsen Verlag, ist so einfach, die Vielfalt der Augmented-Reality-Varianten so groß, dass LeYo-Kinderbücher einen hohen Wiederholungsreiz entwickeln. Das ist digitaler Zusatznutzen, wie er für Kinder sein sollte. So befinden das jedenfalls Pädagogen.

Junge Entdeckerinnen und Entdecker brauchen nur ein Smartphone oder ein Tablet mit der LeYo-App über die Buchseiten halten und schon erkennt die Gerätekamera so genannte „Hotspots“ im Buch. Angeblich sind es 300 bis 500 solcher „Hotspots“ pro LeYo-Kinderbuch. Ist der Hotspot von der Kamera erkannt, geht es los: Die Kinder können z. B. einen Button mit einem Ohr drücken – und schon hören sie Texte, Musik oder Geräusche, die zu der entsprechenden Buchstelle passen. Oder sie drücken einen Button mit Auge: So wird Unsichtbares auf den Buchseiten sichtbar gemacht – samt Zusatzinfos und Überraschungen. Und wenn ein Button mit dem Signet einer Hand gedrückt wird, können die Kinder Animationen und Effekte entdecken. Je näher das Smartphone an das Buch gehalten wird, desto größer wird der jeweilige Bildausschnitt. Vielleicht ist das der richtige Zeitpunkt, zu sagen, dass alle diese Funktionen nur mit dem Buch erlebbar sind. Die kostenlose App alleine bringt gar nichts. Also: LeYo-Buch kaufen und App nutzen!