Christoph Scholder: Oktoberfest – Ein Thriller

Rechtzeitig zur Wiesn ist der Thriller „Oktoberfest“ von Christoph Scholder erschienen. Nach der Lektüre wird wohl der Besuch des Oktoberfests von einem leicht mulmigen Gefühl begleitet sein.

Die Story: Russische Terroristen übernehmen auf dem Oktoberfest die Kontrolle und halten 70.000 Besucher als Geiseln fest. Die Situation wird immer chaotischer und steuert auf die Katastrophe zu. Der Thriller ist das erste Buch von Christoph Scholder. Insgesamt vier Jahre hat er für seinen Erstling gebraucht. Das Buch ist bei Droemer/Knaur erschienen und kostet 19,95 Euro.

Loki Schmidt: Naturbuch für Neugierige

Loki Schmidt, die seit 1942 mit Ex-Kanzler Helmut Schmidt verheiratet ist, beschäftigt sich schon sehr lange mit Pflanzen, insbesondere mit gefährdeten Arten. Nun hat sie in Zusammenarbeit mit dem Biologen und Journalisten Lothar Frenz das „Naturbuch für Neugierige“ herausgebracht. Darin will sie die Leser für den Blick auf die Reichtümer der Natur sensibilisieren. Eine interessante Frau gewährt Einblick in das, was ihr das Liebste ist: faszinierende Pflanzen und Tiere in ihrem Lebensraum zu erleben und zu beobachten.

Andrea Camilleri: Das graue Kleid

Der soeben erschienene Roman von Andrea Camilleri „Das graue Kleid“ dreht sich diesmal nicht um Commissario Montalbano, sondern um den pensionierten Bankdirektor Febo Germosino, der das wahre Gesicht seiner 25 Jahre jüngeren Ehefrau Adele erkennen muss. Diese scheint ihn zu betrügen, zumindest steht das in einem anonymen Schreiben. Außerdem trägt sie zu bestimmten Anlässen immer wieder ein graues Kleid. Was steckt dahinter? Febo und Adele liefern sich ein Katz-und-Maus-Spiel, das ungeahnte Entwicklungen mit sich bringt…

Camilleri stellt mit dem neuen Roman unter Beweis, dass er spannende Romane schreiben kann, die nicht im Polizeimilieu spielen.

Max Goldt: Gattin aus Goldabfällen – Mit Text versehene Bilder

Das neue Buch von Max Goldt trägt den kuriosen Titel „Gattin aus Holzabfällen“. Der Schriftsteller, Comic-Texter und Musiker wurde mit dem Kleist-Preis (2008) ausgezeichnet und ist bekannt für seinen geistreichen Wortwitz. Das neue Buch ist eine Reise durch skurrile und schrille Fotografien, die er mit einem feinen Text kommentiert. Jede Seite bietet eine neue Überraschung von Bildern und Momentaufnahmen, die bereits in der Titanic erschienen und nun in einem schönen, großformatigen Buch zusammengefasst sind.

Das Buch ist bei Rowohlt erschienen und kostet 18,95 Euro.

Thomas Pynchon: Natürliche Mängel

Thomas Pynchon ist äußerst publikumsscheu, Fotos und Interviews mit ihm sind Mangelware. Dafür haben seine ungewöhnlichen, mitunter chaotischen Bücher eine ganze Menge Fans. Diese dürfen sich jetzt auf sein neues Werk „Natürliche Mängel“ freuen. Der Roman ist eine Detektivgeschichte, die locker und leichtfüßig daherkommt. Die Hauptfigur, mehr Hippie als Detektiv, ermittelt im Drogen- und Surfermilieu am Rande von Los Angeles.

Petra Gerster: Charakter. Worauf es bei Bildung wirklich ankommt

Petra Gerster und ihr Ehemann Christian Nürnberger haben mit „Charakter. Worauf es bei Bildung wirklich ankommt“ ein Plädoyer für die Charakterbildung bei Jugendlichen geschrieben. Am 17. September erscheint das Sachbuch bei Rowohlt. Die beiden Autoren bemängeln, dass es heute nicht mehr darum gehe, aus jungen Menschen echte Persönlichkeiten zu machen. Bildung sei aber weit mehr als Wissen anzuhäufen. Es gehe heute vor allem  darum, die Werte, die Kultur und die Leidenschaften zu pflegen und bei den Kindern den Charakter zu stärken und zu fördern.

Fritz Raddatz: Tagebücher – Eine Reise durch die deutsche Geschichte

Am 17. September erscheint ein neues Werk von Fritz Raddatz, die „Tagebücher“. 19 Jahre seines Lebens lässt der Autor Revue passieren. Der Leser darf gespannt sein, wie Raddatz mit seiner üblichen subjektiven und treffenden Art die wichtigsten Persönlichkeiten und Ereignisse beschreibt, vom Fall der Mauer bis hin zur Wiedervereinigung.

Seit fast 40 Jahren schreibt Fritz Raddatz Biographien, Essays, Erzählungen und mehr. Für seine Werke wurde der Autor bereits mehrfach mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet, außerdem wurde er mit dem Orden „Officier des Arts et des Lettres“ honoriert.

Cornelia Funke: Reckless. Steinernes Fleisch

Cornelia Funke hat mit „Reckless. Steinernes Fleisch“ den ersten Teil ihrer neuen dreiteiligen Roman-Serie vorgelegt. Die Autorin der Tintenwelt-Bücher kommt zwar nicht ganz an Joanne K. Rowling heran, kann aber bislang mit mehr als 15 Millionen verkauften Büchern, die in 40 Sprachen übersetzt wurden, sehr beachtliche Erfolge aufweisen.

Die Geschichte von „Reckless. Steinernes Fleisch“ erinnert an „Der König von Narnia“ – die Parallelwelt des jungen Jacob Reckless verbirgt sich jedoch nicht im Schrank, sondern hinter Spiegeln. Dort gibt es allerlei Fabelwesen, gute wie böse. Als sein jüngerer Bruder Will den Zugang entdeckt und sich ebenfalls in das märchenhafte Universum begibt, gerät er sofort in Schwierigkeiten. Jacob muss nun alles daran setzen, seinen kleinen Bruder zu retten…

Cornelia Funke hat die fantastische Welt hinter den Spiegeln mit zahlreichen Reminiszenzen an die Gebrüder Grimm ausgestattet. So erscheint der Roman als Sammelsurium aus Anleihen der verschiedensten Kinder, Jugend- und Fantasybuchmotive, die es in den letzten Jahrhunderten gegeben hat. Für die neue Trilogie arbeitete die Autorin mit dem Filmemacher und Harry-Potter-Produzenten Lionel Wigram zusammen. Kein Wunder, dass sich der neue Roman wie ein Drehbuch zu einem spektakulären Fantasy-Kinoabenteuer liest. Die Weichen für die Verfilmung sind garantiert schon gestellt. Echte Funke-Fans wird aber das neueste Werk auch in Buchform begeistern.

Jonathan Franzen „Freiheit“: Bewahrt den Pappelwaldsänger!

Spätestens seit seinem Weltbestseller „The Corrections“, für den er auch den „National Book Award“ erhielt, gilt der 1959 geborene Schriftsteller Jonathan Franzen als einer der wichtigsten Autoren des 21. Jahrhunderts. In seinen Romanen geht es meist vor allem um den Untergang von Familien. Und obwohl schwierige und vielschichtige Familienbeziehungen in Franzens Büchern eine zentrale Rolle haben, lässt der Autor auch andere Themen nicht zu kurz kommen.

In seinem neuen Roman „Freiheit“, der seit heute in den Läden liegt, geht es um eine anfangs scheinbar perfekte Familie aus St. Paul. Die Vorzeigeeltern Patty und Walter Berglund wohnen in einer hübschen, selbst renovierten Villa und  sind die idealen Nachbarn, verhalten sich nie merkwürdig und fallen auch sonst niemandem negativ auf. Diese Fassade halten sie solange aufrecht, bis eines Tages ihr halbwüchsiger Sohn seine Sachen packt und zu den Nachbarn zieht. Ab diesem Zeitpunkt stellt sich die Welt der Berglunds auf den Kopf. Petty fängt an, sonderbar zu werden und ihr Mann steht ihr in puncto Eigenartigkeit in nichts nach, als er einen zweifelhaften Vertrag mit der Kohleindustrie schließt, um eine Vogelart zu retten…

Viele Leser sind auf Franzens neuestes Werk gespannt. Mit dem Roman „Freiheit“ ist eine enorme Erwartungshaltung verknüpft. Man wird sehen, ob Franzen an seine großen Erfolge anknüpfen kann.

Natascha Kampusch „3096 Tage“: Acht Jahre Gefangenschaft im Keller

Am 8. September erscheint das Buch von Natascha Kampusch mit dem Titel „3096 Tage“. Ihre Geschichte ging um die ganze Welt: Natascha Kampusch wurde als Zehnjährige von einem arbeitslosen Nachrichtentechniker auf dem Schulweg abgefangen und entführt. Acht Jahre lang hielt der damals 35-jährige Wolfgang Priklopil das Mädchen in seinem Keller fest.

Nun ist Natascha Kampusch 22 Jahre alt und hat ein Buch über ihre Gefangenschaft geschrieben. Darin beschreibt sie das Leben mit dem Entführer, das zwischen Schlägen und Aufmerksamkeiten oszillierte. Misshandlungen standen auf der Tagesordnung, aber auch Belohnungen wie Schokolade oder Videos, wenn sich das Mädchen fügte. Der Entführer brachte Natascha Kampusch so weit, dass sie jegliches Vertrauen in die Außenwelt verlor und manchmal sogar daran zweifelte, dass es eine Außenwelt gab. Mit dem Buch über die Zeit in der Gefangenschaft möchte Kampusch die Fakten aus ihrer Sicht publizieren und damit allen Spekulationen ein Ende machen. Für sie ist das Buch der Abschluss dieser leidvollen Erfahrung, mit dem sie sich von den Geschehnissen distanzieren möchte. Wünschen wir ihr, dass es ihr gelingt.