Peer Steinbrück: Unterm Strich

Der ehemalige Finanzminister Peer Steinbrück hat ein Buch über seine Sicht auf die Finanzkrise und die jetzt notwendigen Maßnahmen geschrieben. „Unterm Strich“ lautet der Titel des fast 500-seitigen Werks, in dem Steinbrück mehr Mut zur Ehrlichkeit und zu unpopulären Entscheidungen fordert. Er sieht den Wohlstand und den gesellschaftlichen Frieden gefährdet, wenn sich die Politik nicht gegen die Macht der Wirtschaft stemmt.

Peer Steinbrück war von 2005 bis 2009 stellvertretender Vorsitzender der SPD und Bundesminister für Finanzen. Heute muss Steinbrück keine Rücksicht mehr auf seine politische Stellung nehmen und kann deshalb öffentlich mehr Klartext reden als damals in seinen Ämtern. Themen wie den Umbau des Sozialsystems und die Folgen der Globalisierung fasst er ohne Samthandschuhe an.

Das Buch ist bei Hoffmann und Campe erschienen und kostet 23 Euro.

Roger Willemsen: Die Enden der Welt. Der Bestseller jetzt auch als Taschenbuch!

Roger Willemsen ist ein Reisender, der seine Erlebnisse in dem neuen Buch „Die Enden der Welt“ in 22 Geschichten niedergeschrieben hat. Der Bestseller, der 2010 erschien, ist seit kurzem auch als Taschenbuch im Handel erhältlich.

Bei seinen Weltreisen bewegt sich Willemsen weitab von touristischen Pfaden und sucht die „Enden der Welt“, zum Beispiel im Himalaya, in Indien, in Birma oder im Kongo. Seine Reflexionen über das Leben, die Endlichkeit und das Sterben sind das Ergebnis von Grenzerfahrungen, die er voller Wissensdrang in den teilweise unwirtlichsten Gegenden sucht und findet. Sein Weg führte ihn zu dem senegalesischen Sklavenhafen Gorée und in die vom Krieg zerstörte Stadt Kinshasa. Aber auch echte „Enden der Welt“ nahm er sich als Ziel, so zum Beispiel Patagonien oder den Nordpol. Roger Willemsen, der für seinen messerscharfen Intellekt bekannt ist, schreibt Reiseliteratur für Menschen, die sich für mehr als weiße Strände und pittoreske Städte interessieren.

Das Buch ist beim S. Fischer Verlag erschienen und kostet  als Hardcover 22,95 Euro und als Taschenbuch 10,99 Euro.

„Die Enden der Welt“ bei Weltbild.de bestellen

Ingrid Betancourt: Kein Schweigen, das nicht endet

Zwei Jahre nach ihrer Befreiung aus der Gefangenschaft ist nun Ingrid Betancourts Buch „Kein Schweigen, das nicht endet“ erschienen. 2002 wurde die damalige kolumbianische Präsidentschaftskandidatin von der linksgerichteten Rebellengruppe Farc verschleppt. Über sechs Jahre verbrachte Betancourt im Dschungel in der Gewalt der Guerilla.

In ihrem Buch berichtet sie von den schlimmen Haftbedingungen, die durch ihre Fluchtversuche immer weiter verschärft wurden. Ingrid Betancourt schildert die Erniedrigungen durch die brutalen Aufseher und das schwierige Verhältnis zu den Mitgefangenen, insbesondere zu ihrer ehemaligen Wahlkampfmanagerin Clara Rojas. Die beiden Frauen gerieten derart in Konflikt, dass sie nach der Befreiung kein Wort mehr miteinander wechselten. Clara Rojas bezeichnet einige Passagen in dem Buch als „frei erfunden“, so die Süddeutsche Zeitung.

Das Buch „Kein Schweigen, das nicht endet. Sechs Jahre in der Gewalt der Guerilla“ ist bei Droemer erschienen und kostet 22,99 Euro.

„Kein Schweigen, das nicht endet. Sechs Jahre in der Gewalt der Guerilla“ bei Weltbild.de bestellen

Sascha Lobo: Strohfeuer – Einmal New Economy und zurück

Profi-Blogger Sascha Lobo hat seinen ersten Roman veröffentlicht. Seinen Erstling mit dem Titel „Strohfeuer“ hat er in der Jahrtausendwende angesiedelt, als jede Menge Start-Up-Unternehmen wie Pilze aus dem Boden schossen. Lobos Ich-Erzähler kommt zum Internet wie die Jungfrau zum Kinde und hofft auf das schnelle Geld. Rund um die Luftblase der New Economy erzählt Sascha Lobo vom damaligen Zeitgeist, einem fruchtbaren Biotop für Hochstapler und Blender. Diese fragwürdigen Charaktere versteht der Blogger mit dem roten Iro gekonnt zu sezieren und deren Antrieb, ihre Sucht nach Geld, Party, Erfolg und Sex, bloßzustellen.

Die Kritiken seines neuen Buches hat der Inhaber einer gut gehenden Frisur (Lobo über Lobo) in Auszügen praktischerweise selbst in seinen Blog eingestellt. So kann jeder, der sich näher informieren möchte, die gesammelten Werke nachlesen. Eine Kostprobe von „Strohfeuer“ gibt es außerdem zum Download.

„Strohfeuer“ ist bei Rowohlt erschienen und kostet 18,95 Euro.

Christoph Scholder: Oktoberfest – Ein Thriller

Rechtzeitig zur Wiesn ist der Thriller „Oktoberfest“ von Christoph Scholder erschienen. Nach der Lektüre wird wohl der Besuch des Oktoberfests von einem leicht mulmigen Gefühl begleitet sein.

Die Story: Russische Terroristen übernehmen auf dem Oktoberfest die Kontrolle und halten 70.000 Besucher als Geiseln fest. Die Situation wird immer chaotischer und steuert auf die Katastrophe zu. Der Thriller ist das erste Buch von Christoph Scholder. Insgesamt vier Jahre hat er für seinen Erstling gebraucht. Das Buch ist bei Droemer/Knaur erschienen und kostet 19,95 Euro.

Loki Schmidt: Naturbuch für Neugierige

Loki Schmidt, die seit 1942 mit Ex-Kanzler Helmut Schmidt verheiratet ist, beschäftigt sich schon sehr lange mit Pflanzen, insbesondere mit gefährdeten Arten. Nun hat sie in Zusammenarbeit mit dem Biologen und Journalisten Lothar Frenz das „Naturbuch für Neugierige“ herausgebracht. Darin will sie die Leser für den Blick auf die Reichtümer der Natur sensibilisieren. Eine interessante Frau gewährt Einblick in das, was ihr das Liebste ist: faszinierende Pflanzen und Tiere in ihrem Lebensraum zu erleben und zu beobachten.

Andrea Camilleri: Das graue Kleid

Der soeben erschienene Roman von Andrea Camilleri „Das graue Kleid“ dreht sich diesmal nicht um Commissario Montalbano, sondern um den pensionierten Bankdirektor Febo Germosino, der das wahre Gesicht seiner 25 Jahre jüngeren Ehefrau Adele erkennen muss. Diese scheint ihn zu betrügen, zumindest steht das in einem anonymen Schreiben. Außerdem trägt sie zu bestimmten Anlässen immer wieder ein graues Kleid. Was steckt dahinter? Febo und Adele liefern sich ein Katz-und-Maus-Spiel, das ungeahnte Entwicklungen mit sich bringt…

Camilleri stellt mit dem neuen Roman unter Beweis, dass er spannende Romane schreiben kann, die nicht im Polizeimilieu spielen.

Max Goldt: Gattin aus Goldabfällen – Mit Text versehene Bilder

Das neue Buch von Max Goldt trägt den kuriosen Titel „Gattin aus Holzabfällen“. Der Schriftsteller, Comic-Texter und Musiker wurde mit dem Kleist-Preis (2008) ausgezeichnet und ist bekannt für seinen geistreichen Wortwitz. Das neue Buch ist eine Reise durch skurrile und schrille Fotografien, die er mit einem feinen Text kommentiert. Jede Seite bietet eine neue Überraschung von Bildern und Momentaufnahmen, die bereits in der Titanic erschienen und nun in einem schönen, großformatigen Buch zusammengefasst sind.

Das Buch ist bei Rowohlt erschienen und kostet 18,95 Euro.

Thomas Pynchon: Natürliche Mängel

Thomas Pynchon ist äußerst publikumsscheu, Fotos und Interviews mit ihm sind Mangelware. Dafür haben seine ungewöhnlichen, mitunter chaotischen Bücher eine ganze Menge Fans. Diese dürfen sich jetzt auf sein neues Werk „Natürliche Mängel“ freuen. Der Roman ist eine Detektivgeschichte, die locker und leichtfüßig daherkommt. Die Hauptfigur, mehr Hippie als Detektiv, ermittelt im Drogen- und Surfermilieu am Rande von Los Angeles.

Petra Gerster: Charakter. Worauf es bei Bildung wirklich ankommt

Petra Gerster und ihr Ehemann Christian Nürnberger haben mit „Charakter. Worauf es bei Bildung wirklich ankommt“ ein Plädoyer für die Charakterbildung bei Jugendlichen geschrieben. Am 17. September erscheint das Sachbuch bei Rowohlt. Die beiden Autoren bemängeln, dass es heute nicht mehr darum gehe, aus jungen Menschen echte Persönlichkeiten zu machen. Bildung sei aber weit mehr als Wissen anzuhäufen. Es gehe heute vor allem  darum, die Werte, die Kultur und die Leidenschaften zu pflegen und bei den Kindern den Charakter zu stärken und zu fördern.