Walter Moers – Der Allrounder im Literaturbetrieb

Walter Moers – Der Allrounder im Literaturbetrieb
Walter Moers – Der Allrounder im Literaturbetrieb

Walter Moers – Der Autodidakt

Walter Moers wurde 1957 in Mönchengladbach geboren. Nach der Schule verdingte er sich in diversen Gelegenheitsjobs. Im Anschluss begann er eine kaufmännische Lehre, die er jedoch nie abschloss. Stattdessen brachte er sich in dieser Zeit das Zeichnen selbst bei. Mit unverkennbar großem Erfolg, da er auch heute als Autor, Illustrator und Comiczeichner tätig ist. Moers lebt in Hamburg und schreibt als freier Journalist unter anderem für das Satiremagazin „Titanic“. Walter Moers gilt als ausgesprochen öffentlichkeitsscheu, gibt nur selten Interviews und lässt sich ungern fotografieren. Unter anderem hängt seine Vorsicht mit massiven Drohungen zusammen, die er nach seiner Publikation von „Adolf, die Nazisau“ erhielt. Inzwischen ist diese Zurückhaltung sein unverkennbares Markenzeichen. Moers ist ein Multitalent, da er schreibt, zeichnet und zudem auch Drehbücher verfasst. Seinen großen Durchbruch erlangte Walter Moers mit der Figur „Kleines Arschloch“ (Anfang der 90er Jahre).

Das Spiel mit dem Grotesken – Moers besonderer Stil

Walter Moers zeichnet eine Originalität in seinen Werken aus, die stark mit der Tradition der literarischen Groteske zusammenhängt: Zeichnungen, Benennungen, Figuren und Motive orientieren sich in ihrer Überzeichnung und Skurrilität scheinbar an berühmte Schriftsteller der Vergangenheit wie Rabelais/Fischart, E.T.A Hoffmann und vielen anderen. Doch Parallelen bestehen auch zur europäischen Schauerliteratur und Komiktradition. Selbst Ähnlichkeiten zu mittelalterlichen Volksbüchern, Fabeln und Epen lassen sich in Moers Werken finden. So zum Beispiel die vielen Wortspiele, Andeutungen, Text-Bild-Spiele und Anagramme in den Zamonienbüchern. Für viele Fans ist die Entschlüsselung dieser versteckten Hinweise und Anspielungen zu einem spannenden Zeitvertreib geworden. Es existieren zahlreiche Webseiten, auf denen man sein detektivisches Gespür testen kann.

Comics

Seit 1984 publiziert Walter Moers Comics. Bekanntheit erlangte er zunächst mit außergewöhnlichen Cartoons, die meist von einer Ironie geprägt waren, die bewusst das Ideal der politischen Korrektheit untergruben. Zu den berühmtesten Comicfiguren zählt „Kleines Arschloch“ (1990). Dieser Wicht begegnet den Erwachsenen frech und respektlos und dermaßen überlegen, dass sie keine Chance haben. Moers verfasste auch einen humoristischen Ratgeber mit dem Titel „Schöner Leben mit dem kleinen Arschloch“, welcher der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften gleich zweimal vorgelegt wurde – allerdings erfolglos. Selbst das Drehbuch und die Songtexte zum Film (1997) verfasste Moers selbst.

Ebenso bekannt ist der „Alte Sack“, ein seniler Rentner im Rollstuhl, der sein Umfeld sarkastisch kommentiert. Mit „Adolf, die Nazi-Sau“ karikiert Moers Adolf Hitler als lächerliche Figur. Außerdem hat Moers mit „Der Fönig“ ein Comic kreiert, das speziell für Erwachsene gedacht ist: Denn Themenfelder wie Krieg, Frieden, Fellatio und Cunnilingus beherrschen das Werk.

Geschichten für Kinder

Schon 1988 veröffentlichte Moers die erste Geschichte von Käp’n Blaubärs Seemannsgarn. Es dauerte nicht lange und auch das Fernsehen hatte den flunkernden Seebären für sich entdeckt. Ab 1991 hatten sich die Abenteuer des Käpt’n Blaubär fest im Programm der „Sendung mit der Maus“ etabliert. Nur zwei Jahre später bekam der Seebär seine eigene Show mit dem „Käpt’n Blaubär Club“. Auch als Hörspiel wurde der charismatische Seebär vertont und ein Musical kam auf die Bühne. Das Drehbuch zu „Käpt’n Blaubär – Der Film“ (1999) schrieb Moers selbst. Etwa zur selben Zeit veröffentlichte Moers auch seine Geschichten um Professor Schimauski in der Kinderzeitschrift „Bunter Hund“. Die Figur des Schimauski zeichnet sich vor allem durch eine Allwissenheit aus, die allen Fragen auf den Grund geht.

Eine Auswahl: Die Zamonien-Romane – Moers eigene Welt

1999 veröffentlichte Moers seinen ersten Zamonien-Roman „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“. Allerdings ging es ihm nicht mehr um den Käpt’n Blaubär für Kinder, sondern um eine Abenteuerversion, die speziell für Erwachsene gedacht ist. Das Besondere an der Lebensgeschichte von Käpt’n Blaubär sind aber nicht nur die Geschichten an sich, sondern die fiktive Welt, in der sie spielt. Zamonien schillert vor Fantastik, Fabelwesen und genialen Wissenschaftlern. Moers schuf mit dem Roman eine komplexe Welt, die von Ironie und satirischen Andeutungen gespickt ist. Im November  2013 erschien eine opulente Neuauflage des Romans komplett in Farbe (Knaus), die für alle Zamonien-Fans oder die, die es noch werden möchten, ein absolutes Muss ist.

Der zweite Zamonien-Roman „Ensel und Krete“ verzerrt die Vorlage – das Grimm’sche Märchen „Hänsel und Gretel“ so sehr, dass davon fast nichts mehr wiederzuerkennen ist. Auch von der Figur des Käpt’n Blaubär bleibt keine Spur mehr. Stattdessen kommt eine Erzählinstanz namens Hildegunst von Mythenmetz ins Spiel, deren Erzählung Walter Moers aus dem Zamonischen ins Deutsche vornimmt.

Der dritte Band trägt den Titel „Rumo & Die Wunder im Dunkeln“ und soll eigentlich eine Liebesgeschichte sein. Allzu harmonisch geht es in diesem Band aber nicht zu, eher sehr brutal und schaurig. So spielen beispielsweise Zyklopen eine Rolle, die sich von Lebewesen jeglicher Art ernähren und die lebendig verspeisen. Auch blutige Fechtduelle, Schlachten und Foltermaschinen kommen zuhauf vor.

2004 erschien schließlich das vierte Buch zur Zamonien-Reihe „Die Stadt der Träumenden Bücher“, wieder von Hildegunst von Mythenmetz verfasst. Am Ende des Romans wendet sich Moers an den Leser und bittet ihn um Mithilfe, welchen Roman er als nächstes aus dem Zamonischen übersetzen soll. In dem fünften Zamonien-Roman „Der Schrecksenmeister“ (2007) meldete sich Hildegunst von Mythenmetz zurück.  2011 veröffentlichte Moers den sechsten Zamonien-Band „Das Labyrinth der Träumenden Bücher“.

Auszeichnungen und Preise

In seiner Karriere erhielt Walter Moers viele Preise. Allein für die Geschichten um Käpt’n Blaubär durfte er unter anderem den renommierten „Adolf-Grimme-Preis“ entgegen nehmen. Für „Kleines Arschloch“ erhielt Moers 1990 die Auszeichnung zum „Besten Comic-Künstler“ des Jahres. Weitere Preise wie der „Bayerische Fernsehpreis“ für „Die drei Bärchen und der blöde Wolf“ (2009) folgten.

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Cecelia Ahern: Das junge Talent aus Irland

Cecelia Ahern
Cecelia Ahern 2013, Foto: Gaby Gerster

Cecelia Ahern wurde am 30. September 1981 in Dublin geboren. Die junge Erfolgsautorin gehört einer berühmten Familie an. Ihr Vater Bertie Ahern war von 1997 bis 2008 Ministerpräsident Irlands. Ahern lebt mit ihrer Familie in Dublin.

Schriftstellerin: Ein Wunsch seit frühester Kindheit

Cecelia Ahern startete ihre Karriere schon im frühen Kindesalter. Bereits als Kind schrieb sie Erzählungen und verfasste Comics. Nach dem Abitur begann sie Kommunikationswissenschaften und Publizistik in Dublin zu studieren und kam so ihrem Ziel, Schriftstellerin zu werden, Schritt für Schritt näher. Ihre Romane erscheinen in Deutschland bei Krüger/S. Fischer Verlag.

2004: „P.S. Ich liebe Dich“: Der erste Roman war gleich ein Bestseller

Im Alter von nur 21 Jahren landete Ahern mit ihrem Debütroman „P.S. Ich liebe Dich“ („PS. I Love You“) einen Überraschungscoup. Der romantische und dramatische Roman kletterte innerhalb kurzer Zeit in fünf Ländern gleichzeitig an die Spitze der Buchcharts. In Deutschland stand der preisgekrönte Roman knapp vier Jahre lang in den Bestsellerlisten; erst als Hardcover und später als Taschenbuchausgabe.

Worum geht es in dem Roman „P.S. Ich liebe Dich“?

Holly und ihr Ehemann Gerry sind seit vielen Jahren glücklich verheiratet. Doch eines Tages erfahren die beiden, dass Gerry an einem unheilbaren Gehirntumor leidet und nicht mehr lange leben wird. Ab diesen Zeitpunkt versucht Holly alles zu geben, um Gerry und sich selbst eine schöne letzte gemeinsame Zeit zu schenken. Als er nach nur sechs Monaten stirbt, fällt Holly in ein tiefes Loch und es fällt ihr zunehmend schwer, sich für das Leben da draußen noch zu interessieren. Hollys Freunde und ihre Familie wissen sich langsam nicht mehr zu helfen. Dann eines Tages ruft ihre Mutter an und bittet Holly Briefe bei ihr abzuholen, die an die Adresse des Elternhauses adressiert wurden. Alle zehn Briefe sind von Gerry, die er an Holly schrieb, bevor er starb. So behält sie noch über den Tod ihres geliebten Ehemannes Kontakt zu ihm und freut sich Monat für Monat über einen neuen Brief und Aufgaben, die ihr Mann ihr stellt. Bei der Durchführung einer Aufgabe lernt Holly den charmanten Daniel kennen und zwischen den beiden entwickelt sich mehr als nur Freundschaft. Auch wenn Holly für eine neue Beziehung noch nicht bereit ist, so hilft Daniel ihr dabei, wieder Freude am Leben zu haben.

Die Verfilmung des Romans

2007 wurde der Roman „P.S. Ich liebe Dich“ für das Kino verfilmt. Der US-amerikanische Regisseur Richard LaGravenese verfasste das Drehbuch gemeinsam mit Steven Rogers. Produzentin war Wendy Finerman. Die Handlung wurde für das Kino an zahlreichen Stellen verändert und mit den Hollywoodstars Hilary Swank und Gerard Butler als Holly und Gerry verfilmt. Auch in Deutschland wurde der Film nach seiner Premiere im Januar 2008 ein Kassenschlager. In weiteren Rollen waren u.a. Lisa Kudrow, Kathy Bates, Harry Connick Jr, Gina Gershon und Jeffrey Dean Morgan zu sehen.

Weitere Romane:

Seit dem fulminanten Durchbruch mit „P.S. Ich liebe Dich“ geht es für Ahern nur noch bergauf. Der zweite Roman der jungen Vielschreiberin „Für immer vielleicht“ erschien 2005 in deutscher Übersetzung und avancierte wie sein Vorgänger rasch zum internationalen Bestseller. Nur ein Jahr später, Anfang 2006, erschien ihr dritter Roman, „Zwischen Himmel und Liebe“. Mit „Vermiss mein nicht“ erschien wieder ein Jahr später der nächste Roman Aherns in Deutschland und war nicht von den Bestsellerlisten wegzudenken. Ihr fünfter Roman „Ich hab dich im Gefühl“ erschien 2008. Mit ihrem sechsten Roman „Zeit deines Lebens“ (2009) und ihrem siebten Roman „Ich schreib dir morgen wieder“ (2010) erging es Ahern so wie bei den anderen Romanen. Sie wurden allesamt Bestseller. Im Herbst 2011 erschien ihr nächster Roman „Ein Moment fürs Leben“. Zuletzt erschienen die Romane „Hundert Namen“ (2012) und 2013 „Die Liebe deines Lebens“.

Cecelia Ahern: Eine vielseitige junge Frau

Seit einigen Jahren ist die Autorin auch im Filmbusiness. So gestaltete sie die amerikanische Fernsehreihe „Samantha Who?“ mit. Auch in Deutschland lief die Serie erfolgreich im Fernsehen (Herbst 2008, ProSieben). Man darf gespannt sein, mit nur 32 Jahren hat Cecelia Ahern bereits eine erfolgreiche Karriere als Autorin hinter sich und gewiss noch eine große vor sich.

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Jonas Jonasson – Der Superstar aus Schweden

Jonas Jonasson
Jonas Jonasson, © Sara Arnald

Jonas Jonasson – Vom Journalisten zum Bestsellerautor

Jonas Jonasson ist ein schwedischer Journalist und Schriftsteller. Er wurde 1961 im schwedischen Växsjö geboren. Nach Abschluss des Studiums arbeitete er in Göteborg für diverse Zeitungen wie „Smalandsposten“ und „Expressen“. Nebenbei betätigte er sich noch als selbstständiger Medienberater mit seiner eigenen Firma. Nach 20 Jahren Berufserfahrung in der Medienbranche verkaufte Jonasson kurzerhand seine Firma und zog ins Tessin an den Luganersee. Nach einer turbulenten Ehe lebt er heute gemeinsam mit seinem Sohn wieder in Schweden.

Das Debütwerk: „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“

Seinen ersten Roman mit dem Originaltitel „Hundraåringen som klev ut genom fönstret och försvann“ veröffentlichte Jonasson im Jahr 2009. Das Debütwerk war so erfolgreich, dass es 2010 als das meist verkaufte Buch in Schweden galt. Seitdem wurde der Roman in mehr als 30 Sprachen übersetzt. In Deutschland erschien er im August 2011 unter dem Titel „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ bei carl’s books. Schon nach einem Monat stand der Roman unter den Top 10 und im Jahr 2012 rangierte das Buch ganz oben auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Den durchbrechenden Erfolg spiegeln auch die Verkaufszahlen wider. Über eine Million Exemplare waren in Deutschland seit dem Verkaufsstart nach nur 11 Monaten verkauft worden.

Worum geht es in dem Roman „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“?

Allein die Geschichte des Buches ist ein Faszinosum an sich. Allan Karlsson entscheidet sich an seinem 100. Geburtstag aus dem langweiligen Seniorenheim zu flüchten. Er klettert aus einem Fenster und fährt in einem Bus so weit weg wie er nur kann und soweit ihn sein alten Beine tragen. Während der betagte Herr eine Schar neuer, sehr ungewöhnlicher Freunde gewinnt (darunter auch ein Elefant) und ein turbulentes Abenteuer erlebt, sind Presse und Polizei über sein Verschwinden ratlos und kommen nicht hinterher. Gleichzeitig erfährt der Leser eine Menge über die Geschichte des 20. Jahrhunderts, denn Karlsson war bei den großen Entscheidungen der Politik hautnah dabei und erzählt sie seinen Zuhörern aus seiner Sicht. Und irgendwie ist es für ihn immer gut gegangen. Der Megaseller soll im kommenden Jahr in die deutschen Kinos kommen.

Der zweite Roman: „Die Analphabetin, die rechnen konnte“

Im November 2013 erschien nach dem großen Erfolg Jonassons zweiter Roman: „Die Analphabetin, die rechnen konnte“ (ebenfalls carl’s books). Für einen Autor, der bereits mit seinem Debüt einen solch fulminanten Start in der Literaturwelt hinlegte, ist das zweite Buch oftmals das schwierigere. Aber Jonas Jonasson hat hier eine ebenso unglaubliche Geschichte geschrieben, die den Leser im Nu in ihren Bann zieht. Die Junge Afrikanerin Nombeko ist ein Rechengenie, das aber nicht lesen kann. Durch Zufall hilft sie bei der Herstellung nuklearer Sprengköpfe und befindet sich in der Position, mit den mächtigsten Männern der Welt zu verhandeln. Eines Tages gelingt es Nombeko nach einem gefährlichen Projekt, sich nach Schweden abzusetzen, wo sie unverhofft ihrer großen Liebe begegnet. Das bringt aber nicht nur ihr eigenes Leben in Schwierigkeiten, sondern birgt auch für die Zukunft des Weltgeschehens große Gefahren! Im Dezember 2013 steht der Roman auf dem 1. Platz der SPIEGEL-Bestsellerliste Hardcover.

Der außergewöhnliche Erzählstil – polarisierend und faszinierend zugleich

Jonasson ist ein Erzähler, dessen Begeisterung für Politik und Zeitgeschehen in seinen Geschichten zu spüren ist. Er lässt sich selbst von seinen Erzählungen treiben und fesselt dadurch auch die Leser. Seinen beiden Romanen lässt sich deutlich ablesen, wie viel Spaß er an ungewöhnlichen und unglaublichen Ideen und verwickelten Handlungssträngen findet.

Hörbücher und Verfilmungen

Schon 2011 war der erste Roman von Jonas Jonasson dermaßen erfolgreich, dass noch im gleichen Jahr das Hörbuch vertont wurde. Der unvergleichliche Otto Sander, der in diesem Jahr verstorben ist, gab Allan Karlsson und seiner Geschichte eine unverwechselbare Stimme (Der Hörverlag). 2013 wurde „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ mit Größen wie Matthias Habich, Walter Renneisen und Rosemarie Fendel unter der Regie von Leonhard Koppelmann auch als actionreiches Hörspiel eingelesen (ebenfalls der Hörverlag). Zudem erwarb die deutsche Firma TMG die Filmreche an „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“. Die Dreharbeiten zum Film begannen schon Ende des Jahres 2012. Der renommierte Regisseur Felix Herngren führt die Regie. Auch „Die Analphabetin, die rechnen konnte“ wurde 2013 als Hörbuch eingelesen. Katharina Thalbach lässt mit ihrer Stimme die Geschichte lebendig werden. Welchen Spaß sich Jonas Jonasson als nächstes ausdenken wird? Die große Fanschar darf gespannt sein.

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Khaled Hosseini – Der Bestsellerautor aus Afghanistan

Khaled Hosseini – Von Afghanistan in die Vereinigten Staaten

Khaled Hosseini wurde 1965 in Kabul geboren und stammt aus einer Akademikerfamilie. Seine Mutter unterrichtete an einer High-School für Mädchen, während sein Vater beim afghanischen Außenministerium arbeitete. Im Alter von 15 Jahren kam Khaled Hosseini mit seiner Familie als politischer Flüchtling über Stationen in Teheran und Paris in die Vereinigten Staaten. Die Familie fand im kalifornischen San José eine neue Heimat. Nach dem Schulabschluss studierte Hosseini zunächst Biologie an der Santa Clara University und schloss in der University of San Diego ein Medizinstudium an, das er 1993 mit einem Doktortitel erfolgreich zum Abschluss brachte. Heute arbeitet Hosseini als Internist. Die Zukunft seiner Heimat lässt Hosseini weder in seinen Geschichten noch in seinem beruflich aktiven Leben los. Seit vielen Jahren setzt er seine Bekanntheit für humanitäre Hilfe in Afghanistan ein. Seine „Khaled Hosseini Stiftung“ arbeitet Hand in Hand mit der „United Nations Refugee Organization“ (UNHCR), um die Wohnverhältnisse von Flüchtlingsfamilien zu verbessern, Schulen aufzubauen und Kinder und Frauen medizinisch zu unterstützen. Hosseini ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Khaled Hosseini: Drachenläufer
Khaled Hosseini: Drachenläufer

2003: „The Kite Runner“ – „Drachenläufer“

Sein Debütroman „Drachenläufer“ (Berlin Verlag) markierte 2003 Hosseinis literarischen Durchbruch. Obwohl Khaled Hosseini als Arzt tätig war, schaffte er es irgendwie, neben seiner täglichen Arbeit auch den Roman „Drachenläufer“ fertig zu stellen. Der Roman wurde dermaßen begeistert angenommen, dass bald Übersetzungen in über 40 Sprachen folgten und er in einer Gesamtauflage von mehr als 12 Millionen Exemplare verkauft wurde. 2007 wurde der Roman von Marc Forster für das Kino verfilmt und feierte ebenfalls große internationale Erfolge, unter anderem war er ein Jahr später für den Golden Globe und den Oscar in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ nominiert.

Worum geht es in dem Bestseller „Drachenläufer“?

Die beiden Jungen Amir und Hassan verbindet eine tiefe Freundschaft über alle Grenzen hinweg. Im Kabul der Siebzigerjahre wachsen sie gemeinsam auf, gehören aber zwei unterschiedlichen sozialen Schichten an. Während der Ich-Erzähler Amir der Sohn eines wohlhabenden Paschtunen ist, gehört Hassans Familie den Hazara an. Hassans Vater ist seit vielen Jahren als Diener bei Amirs Vater angestellt. Hassan ist der Familie Amirs sehr verbunden und zeigt sich stets loyal gegenüber seinem Freund. Doch ein Erlebnis treibt nach einem gewonnenen Papierdrachen-Wettbewerb einen tiefen Keil in ihre Freundschaft, denn eines Tages wird Hassan von dem älteren Assef und dessen Freunden verprügelt und missbraucht. Amir, der Augenzeuge des Vorfalls ist, traut sich nicht, seinem Freund zur Hilfe zu eilen. Um von seinem eigenen schlechten Gewissen abzulenken, gibt er Hassan als Dieb aus und sorgt dafür, dass der unschuldige Junge aus dem Haus getrieben wird. Auch Hassans Vater verlässt daraufhin das Haus seines langjährigen Dienstherren. Nachdem das sowjetische Militär in Afghanistan einmarschiert ist, gelingt es Amir und seinem Vater erst nach Pakistan und später nach Kalifornien zu fliehen, wo er später die Afghanin Soraya heiratet. Im Jahr 2001 holt die Vergangenheit Amir wieder ein, als er in Pakistan von einem Freund des verstorbenen Vaters erfährt, dass Hassan sein Halbbruder war und gemeinsam mit dessen Frau von den Taliban getötet wurde. Amir soll nach Kabul reisen, um Hassans Sohn Suhrab aus dem Waisenhaus zu befreien. Doch als Amir in Kabul ankommt, findet er Suhrab nicht mehr in dem Haus an und erfährt, dass Assef, der nunmehr ein wichtiger Taliban ist, Hassans Sohn Suhrab als Lustknaben missbraucht. Doch Amir und Suhrab gelingt die Flucht über Pakistan in die USA. Dort dauert es noch eine ganze Weile, bis der traumatisierte Junge Vertrauen fasst. Beim geliebten Drachensteigen gelingt es den beiden, einander näher zu kommen.

Khaled Hosseini: Tausend strahlende Sonnen
Khaled Hosseini: Tausend strahlende Sonnen

2007 erscheint der zweite Roman „A Thousand Splendid Suns“ – „Tausend strahlende Sonnen“

Auch der zweite Roman „Tausend strahlende Sonnen“ (Berlin Verlag), der 2007 in Deutschland erschien, war wieder ein Bestseller. Wieder wählte Hosseini Afghanistan als Schauplatz der Handlung. Zwei Frauen werden durch die verworrenen Wege des Schicksals zusammen geführt. Die unehelich geborene Mariam wird im Alter von 15 Jahren mit dem 30 Jahre älteren Rashid verheiratet. Nach zwanzig Jahren unglücklicher Ehe tritt Laila in Mariams Leben. Laila hat ihre Familie durch Bombenattentate verloren und wird Rashids zweite Frau. Während Rashid die Ehe mit Gewalt und Terror führt, entwickeln die beiden Frauen eine tiefe Freundschaft und versuchen einander zu helfen.

Khaled Hosseini: Traumsammler
Khaled Hosseini: Traumsammler

Herbst 2013: „And the Mountains Echoed“ – „Traumsammler“

Im September 2013 erschien in Deutschland Hosseinis dritter Roman „Traumsammler“ (Fischer Verlag), in dessen Mittelpunkt die Geschwister Pari und Abdullah stehen. Mit ihrem Vater machen sie sich auf eine entbehrungsreiche Reise durch die Wüste nach Kabul. Dort angekommen werden die beiden bis dahin unzertrennlichen Kinder auseinander gerissen. Die verzweifelte Suche, die mehrere Jahrzehnte und Länder umgreift, beginnt. Wie in seinen beiden Vorgängerromanen versteht es Khaled Hosseini, seine Leser mit der Geschichte Afghanistans und dem Schicksal seiner Bewohner zu fesseln und tief zu berühren. Im Dezember steht der Roman auf Platz 2 der SPIEGEL-Bestsellerliste Hardcover.

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Wolfgang Hohlbein: Der Meister der Fantastik

Wolfgang Hohlbein
Wolfgang Hohlbein, © www.hohlbein.de

Wolfgang Hohlbein – Erste Schreibversuche als Jugendlicher

Wolfgang Hohlbein ist einer der erfolgreichsten und produktivsten deutschen Autoren unserer Zeit. Er wurde 1953 in Weimar geboren, wuchs im nordrhein-westfälischen Meerbusch auf und ging in Krefeld zur Schule. Bereits als Teenager begann er fantastische Geschichten zu verfassen. Allerdings absolvierte er nach seiner Schulzeit zunächst einmal eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Zum großen Glück für seine vielen Fans langweilte er sich in seinem nachfolgenden Job als Nachtwächter so sehr, dass er begann, während seiner Nachtschichten zu schreiben. Die große Inspirationsquelle des Autodidakten waren die Abenteuerromane Karl Mays. Anfangs verfasste Hohlbein nur Kurzgeschichten, dann aber auch Horror-Geschichten und Wildwestromane. Unter weiteren Pseudonymen veröffentlichte er seine ersten Werke. 1974 heiratete er Heike Hohlbein, mit der gemeinsam bereits eine Vielzahl von Romanen verfasste. Gemeinsam mit seiner Familie lebt Hohlbein heute in der Nähe von Neuss. Nach ihm wurde der Nachwuchsförderpreis „Wolfgang-Hohlbein-Preis“ mit dem junge Talente gefördert werden sollen, benannt.

1982 –  Der Beginn einer kometenhaften Erfolgsgeschichte

Seinen Durchbruch als Schriftsteller feierte Hohlbein 1982, als sein Roman „Märchenmond“, welcher auf den Ideen seiner Frau beruhte, den ersten Preis in einem Wettbewerb des Ueberreuter-Verlags für Fantastik und Science-Fiction gewann. Seit diesem durchschlagenden Erfolg veröffentlichte Wolfgang Hohlbein in Zusammenarbeit mit seiner Frau Heike Hohlbein mehr als 200 Bücher. Heute ist er der meistgelesene Fantasy- und Science-Fiction-Autor im deutschsprachigen Raum. Gerne wird Hohlbein auch als Deutschlands „Auflagenkönig“ bezeichnet, da er als einziger deutscher Autor eine Weltauflage von 40 Millionen Büchern aufweisen kann. Wolfgang Hohlbein wurde für sein schriftstellerisches Talent und für sein Engagement mit unzähligen Preisen und Auszeichnungen ausgezeichnet. So erhielt er 1983 den „Preis der Leseratten“, 2004 den Deutschen Fantastik-Preis in der Kategorie „Bester Autor National“, 2005 den „Sondermann-Preis“ und den „Nyctalus“-Preis.

Kinderbücher

Wolfgang Hohlbein ist zwar vor allem für seine Fantasy-Romane bekannt, hat sich aber auch schon in frühen Jahren als Kinderbuchautor einen Namen gemacht. Seit fast dreißig Jahren schreibt er teilweise unter Mitwirkung seiner Frau Heike Bücher für Kinder. Sein erstes Kinderbuch „Es begann am frühen Morgen“ wurde 1985 publiziert. Dann folgte „Kein Platz mehr im Hundehimmel“ (1986), „Zucker im Tank oder Die Hehlerbande“ (1986) und viele weitere. Auch hier verfasste er ganze Romanzyklen wie die Trilogie „Barbie“ (1991), die Tetralogie „Gespenst ahoi!“ (1987-1989) und die fünfreihigen Romanserien „Drachenthal“ (2002-2007) und „Die Wolf-Gäng“ (2007/08). Zwischendurch verfasste er noch viele Einzelromane, wie zuletzt „Kunibert, der Drachentöter“ (2004).

Fantasy – Hohlbeins Steckenpferd

Den eindrücklichsten Part von Hohlbeins Werk bilden seine Fantasy-Romane, in denen er sprachlich und inhaltlich brilliert. Begonnen mit „Märchenmond“ setzt sich sein Werk über „Die Enwor-Saga“ (1983-1999), „Das Herz des Waldes“ (1987), „Wolfsnebel“ (1986/87), „Die Nacht des Drachen“ (1986/87) unter dem Pseudonym Michael Marks, „Die Saga von Garth und Torian“ (1985-1988), „El Mercenario“ (1992-95) und zuletzt die Trilogie „Die Chroniken der Elfen“ (2009-2011) fort.

Fantastische Literatur

Dass Hohlbein äußerst fasziniert von magischen und paranormalen Phänomenen ist, ist auch daran ersichtlich, dass er sich dem Genre der Fantastik mit beinahe gleichem Engagement widmete wie der Fantasy. Im Gegensatz zur Fantasy spielen Hohlbeins fantastische Romane aber in der realen Welt, wobei Fantasy-Elemente wie Magie von Fabelwesen einfließen. Hier gab Hohlbein Romanzyklen wie „Der Magier“ (1989), die Tetralogie „Anders“ ( zusammen mit Heike Hohlbein, 2004) und zuletzt die Trilogie „Genesis“ (2006, ebenfalls mit Ehefrau Heike Hohlbein) heraus. Und auch in diesem Genre verfasste Hohlbein viele Einzelromane wie „Der Greif“ (1989), „Krieg der Engel“ (1999) oder zuletzt „Silberhorn“ (2009).

Historische Literatur

Hohlbein lässt gekonnt in seine historischen Romane fantastische Elemente einfließen. Und auch in diesem Genre feiert Hohlbein große Erfolge. So erschienen die  Romane „Hagen von Tronje“ (1986) und „Odysseus“ (1997). Erwähnenswert sind natürlich auch seine Romanzyklen, die besonders honoriert wurden: So zum Beispiel „Die Chronik der Unsterblichen“, in denen ein Vampir historische Ereignisse miterlebt sowie „Die Nibelungen-Saga“ (2004-2010) und „Die Templerin“ (1999-2011).

Horror-Romane

Nicht nur durch die oben genannten Romane erlangte Wolfgang Hohlbein großes Ansehen, ihm gelingen immer wieder die Sprünge zwischen den Genres mühelos. Auch seine Horror-Romane erfreuen sich großer Beliebtheit. Einzelromane wie „Kreuzfahrt – Eine Reise in den Horror“ (1988), „Der Inquisitor“ (1990) und Romanzyklen wie„Azrael (1994-98) und „Raven“ (2004) trugen zu seiner Popularität bei. Besonders hervorzuheben ist darunter die Roman- und Geschichtenreihe „Der Hexer von Salem“ (1985-87), in welcher ein Hexer mysteriöse Abenteuer erlebt und damit Tausende von Lesern begeisterte.

Science-Fiction

Die Nähe zur Fantasy und zur fantastischen Literatur begründete wohl Hohlbeins Interesse für Science-Fiction. Denn auch in diesem literarischen Genre erfreute sich der Autor höchster Produktivität. So begann Hohlbein schon früh mit der zwölfreihigen Romanserie „Charity“ (1989-1999), veröffentlichte noch davor unter dem Pseudonym Martin Hollburg den Zyklus „Sternenschiff der Abenteuer“ (1984-85), schrieb die Tetralogie „Spacelords“ und verfasste neuen Romane unter dem Serientitel „Stargate SG-1“ (1999-2001). Zuletzt publizierte Hohlbein eine 12-teilige Romanreihe namens „Operation Nautilus“ (2001-2002).

Abenteuerromane

Wussten Sie, dass Wolfgang Hohlbein auch Abenteuerromane geschrieben hat? Mit insgesamt acht Indianer-Jones-Romanen (u.a. „Indiana Jones und die Gefiederte Schlange“ (1990), „Indiana Jones und das verschwundene Volk“ (1991) und „Indiana Jones und das Erbe von Avalon“ (1994) zählt Hohlbein zu den führenden Indiana-Jones-Romanautoren.

Bücher zu Filmen

Hohlbein machte sich aber auch als Filmbuch-Autor einen Namen. „Die Hand an der Wiege“ (1992), „Die Eisprinzessin“ (1995), „Wiedergeburt. The Wanderer“ (1996) und sogar  „Stirb langsam – jetzt erst recht“ (1995) stammen alle aus seiner Fehder. Damit aber nicht genug: Mit seiner Tochter Rebecca Hohlbein, die in die Fußstapfen ihres Vaters trat, verfasste Hohlbein sogar alle drei Bücher zu den erfolgreichen Kinofilmen „Pirates of the Caribbean“ (2006-2007). Zuletzt durfte Hohlbein zu dem deutschsprachigen Film „Wir sind die Nacht“ (2010) das Buch schreiben. Auf weitere Projekte des unermüdlichen Wolfgang Hohlbein darf man gespannt sein.

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Iny Lorentz: Ein ganz besonderes Autorenduo

Iny Lorentz
Iny Lorentz, © FinePic, München

Wer ist Iny Lorentz?

In Wahrheit stecken hinter dem Pseudonym Iny Lorentz zwei Personen: Iny Klocke und ihr Ehemann Elmar Wohlrath. Klocke wurde 1949 in Köln geboren und war in unterschiedlichen Berufen tätig, bevor sie als IT-Expertin bei einer großen Versicherung anfing. Seit mehr als dreißig Jahren lebt sie in München. Wohlrath wurde 1952 geboren und stammt aus Franken. Sie begegneten sich zum ersten Mal Ende der 70er-Jahre in einem Science-Fiction-Club. Einige Zeit später wurde Elmar nicht nur Inys Kollege in der Versicherung, sondern auch ihr Ehemann. Zusammen verfolgen die beiden eine große Leidenschaft, die sie verbindet und die sie beide seit frühester Kindheit pflegen: Sie schreiben – und das seit einigen Jahren immer erfolgreicher. Vor sechs Jahren haben die beiden ihre Berufe aufgegeben und widmen sich seitdem dem gemeinsamen Schreiben von vor allem historischen Romanen. Gemeinsam veröffentlichten die beiden auch Romane unter Pseudonymen wie Sandra Melli, Mara Volkers, Anni Lechner, Eric Maron und Nicola Marni. Unabhängig voneinander hatten sowohl Wohlrath als auch Klocke vor Jahren Verlagsangebote bekommen, doch der wirklich große Erfolg stellte sich mit den historischen Romanen ein, die sie unter dem Pseudonym Iny Lorentz verfassten.

2003: Der erste historische Roman „Die Kastratin“ 

Nach einigen Kinderbüchern und diversen Science-Ficition-Erzählungen, begann Iny Lorentz historische Romane zu schreiben, die seitdem stets auf den Bestsellerlisten präsent sind. Mit dem Roman „Die Kastratin“ ging es los. In der Geschichte träumt die schöne Giulia davon, auch im Kirchenchor ihres Vaters singen zu dürfen. Für eine Frau in der Zeit der Renaissance ein Ding der Unmöglichkeit. Aber die junge Frau lässt sich nicht beirren und wandert als Kastrat durch Italien, immer begleitet von der Angst, dass jemand ihre Verkleidung aufdecken könnte.

2004: Beginn der großen Wanderhure-Tetralogie

Nicht lange darauf folgte ein großer Romanzyklus, der mit dem Werk „Die Wanderhure“ begann. Die Reihe dreht sich um das Leben der Bürgerstochter Marie, die als Opfer einer grausamen Intrige ihr Leben als Wanderhure fristen muss. Trotz all des Elends und der widrigen Lebensumstände verliert Marie aber eines nicht aus den Augen: Die Rache an denjenigen, die sie und ihre Familie ins Unglück stürzten. In „Die Kastellanin“, „Das Vermächtnis der Wanderhure“ und „Die Tochter der Wanderhure“ (2008) setzt sich die Geschichte um Maries Schicksal fort.

Außerdem publizierte das Autorenpaar noch weitere historische Romane wie „Die Goldhändlerin“, „Die Tartarin“, „Die Löwin“, „Die Pilgerin“ und „Die Feuerbraut“. 2009 folgten „Die Rose von Asturien“, ein Roman aus der Zeit der Karolinger und „Dezembersturm“. Im April 2010 wurde das Werk noch um die Bücher „Aprilgewitter“ und „Ketzerbraut“ erweitert.

Heimatromane von Anni Lechner

Zwischen den Jahren 2005 und 2007 widmeten sich die Autoren unter dem Pseudonym Anni Lechner einem weiteren literarischen Genre: dem Heimatroman. Die Bücher sind von Detailfreude und Kenntnisreichtum einer rustikalen Lebenswelt gekennzeichnet. Dabei kämpft in jedem Buch eine junge Frau dramatisch um ihr persönliches Glück. So behandelt die „Die Berghebamme“ das Leben der jungen Kathrin, einer Hebamme aus der Stadt, die es in ein idyllisches Dörfchen in Oberbayern verschlägt. „Neues Glück im Kreiental“ erzählt hingegen von Christine, die mit gebrochenem Herzen zu ihrer Tante ins Bergland flüchtet. Im „Hotel Edelweiß“ steht Andrea Kreuzberger im Mittelpunkt, deren Familie eine verbitterte Fehde gegen Hotelier Prachtl führt.

Fantasy-Romane von Mara Volkers

Das Pseudonym Mara Volkers wurde ins Leben gerufen, um sich auch der fantastischen Literatur zu widmen. Zudem wurde 2010 ein weiterer Roman, „Die schwarze Königin“, veröffentlicht, der in der Gegenwart spielt und von Fantasyelementen geprägt ist.

Unter dem Pseudonym Sandra Melli erschien im Dezember 2011 das neueste Werk mit dem mystischen Titel „Stern der Göttin“. Dieser Fantasy-Roman handelt von dem jungen Katzenmädchen Laisa, dem im Wald eine goldäugige Damen von märchenhafter Schönheit begegnet. Plötzlich findet sich Lisa in einer fremden Welt wieder, in der sechs Götter herrschen, die sich durch unterschiedliche Farben repräsentieren. Tapfer macht sich Laisa dran, die fremdartige Gegend zu erkunden. Dabei erfährt sie, dass sie auserwählt ist, einen Juwel namens „Stern der Göttin“ vor einem Schwarzmagier zu bewahren. Damit stürzt sich die Heldin unversehens in das größte Abenteuer ihres Lebens.

Rückkehr zur Jugendliteratur

Schon im Jahr 2008 widmete sich das Autorenpaar erneut der Jugendliteratur. Mit „Der Feuerthron“ und dessen Fortsetzung „Meran und die Schlange unter dem Meer“ (2009) feierten sie große Erfolge.

Thriller von Nicola Marni

So abwechslungsreich wie sich das Autorenduo gibt, ist es nicht verwunderlich, dass es sich Anfang 2009 auf neue Gefilde begab. Nun waren es Thriller, die die Leidenschaft der Schriftsteller entfachten. Unter dem Künstlernamen Nicola Marni brachten sie zuerst „Die Tallinn-Verschwörung“ heraus. 2010 erschien mit „Die geheime Waffe“ die vielversprechende Fortsetzung.

Verfilmungen 

Ein besonderes Highlight der Karriere  von Iny Loretz war die Verfilmung des Romans „Die Wanderhure“. Der Fernsehfilm wurde im Oktober 2010 auf Sat1 ausgestrahlt und erreichte in Deutschland eine Traumquote. Die attraktive Hauptdarstellerin Alexandra Neldel wurde daraufhin für ihr außergewöhnliches Schauspieltalent sogar für den Deutschen Fernsehpreis nominiert.

Damit aber nicht genug, denn im August 2011 begannen die Dreharbeiten für die Fortsetzung, welche unter dem Titel „Die Rache der Wanderhure“ ins Fernsehprogramm aufgenommen wird.

Vertonungen

Bisher haben es fast alle Iny-Lorentz-Romane in Deutschland auf die Bestsellerliste geschafft. Auch die Hörbücher kamen beim Publikum bestens an. Ende 2011 verlieh der Bundesverband Musikindustrie dem Hörbuch „Die Wanderhure“ den German Audio Book Award in Gold.

Übersetzungen

Die große Popularität des Duos führte dazu, dass viele Romane auch in andere Sprachen übersetzt wurden. Titel wie „Die Kastratin“, „Die Wanderhure“, „Die Kastellanin“, „Das Vermächtnis der Wanderhure“, „Die Tochter der Wanderhure“, „Die Goldhändlerin“, „Die Tatarin“, „Die Löwin“, „Die Feuerbraut“ und „Die Pilgerin“ sind unter anderem in Frankreich, Spanien, Italien, Polen, Brasilien, Russland, Tschechien, Ungarn und in der Ukraine erschienen. Ein Ende der Erfolgsgeschichte ist noch lange nicht in Sicht!

Alle Romane, eBooks und Hörbücher von Iny Lorentz, Anni Lechner, Nicola Marni, Mara Volkers und Sandra Melli finden Sie bei Weltbild!

Nicholas Sparks: Eine amerikanische Erfolgsgeschichte

Nicolas-Sparks-BildNicholas Sparks – Die ersten Lebensjahre

Nicholas Sparks wurde am 31. Dezember 1965 in Omaha (im Bundesstaat Nebraska) geboren. Da seine Eltern sehr jung waren und sein Vater noch mitten im Studium steckte, zog die Familie mit Nicholas und den beiden weiteren Kindern zunächst nach Minnesota und später nach Los Angeles. Erst Ende 1974 wurde die Familie wieder an einem Ort sesshaft und das kalifornische Fair Oaks wurde der neue Lebensmittelpunkt der Familie. Die schwierige Zeit der Unsicherheiten und Umzüge fand damit endlich ein glückliches Ende. Nach dem Universitätsabschluss des Vaters verbesserte sich auch die ökonomische Situation der Familie, die bis dahin ein Leben mit einigen Entbehrungen hatte führen müssen.

Heute

Seit fast 25 Jahren sind Nicholas Sparks und seine Liebe aus Studienzeiten, Catherine, miteinander verheiratet. Das Paar hat fünf Kinder und lebt im amerikanischen Bundesstaat North Carolina. Die Namen seiner Familienangehörigen spielen eine große Rolle in Sparks’ Romanen. Neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller ist Sparks weiterhin sehr an Sport interessiert. Sowohl als aktiver Taekwondo-Sportler als auch als Leichtathletiktrainer widmet er sich seiner großen Leidenschaft.

Die ersten Schreibversuche

Nicholas Sparks war nicht nur ein erfolgreicher Schüler, sondern auch ein ehrgeiziger Sportler, der mit seinen Leistungen als Leichtathlet ein Sportstipendium an der University of Notre Dame im Bundesstaat Indiana ergatterte. Doch wie so oft im Leben kam es erst einmal anders, denn Sparks verletzte sich schwer beim Training und musste pausieren. In dieser Zeit konnte er sich auch kein Geld dazu verdienen und musste seine Arbeit in einem Imbiss ruhen lassen. Für einen ruhelosen Menschen wie Sparks, der immer alles gibt, eine unerträgliche Situation. Was tun mit der ganzen Zeit? Seine Mutter Jill Emma Marie Sparks hatte den rettenden Einfall, wie ihr Sohn sich wieder aus dem Loch, in das er gefallen war, befreien konnte. Sie ermunterte ihn, seine Zeit zum Schreiben zu nutzen und Sparks verfasste seinen ersten Roman „The Passing“, der es aber nie zur Veröffentlichung brachte. Auch sein zweiter Roman blieb unveröffentlicht. Nach seinem BWL-Studium begannen Jahre der Unsicherheit für Sparks, der sich und seine sich vergrößernde Familie mit den unterschiedlichsten Jobs über Wasser hielt. Die Gründung einer eigenen Firma hatte fast den finanziellen Ruin zur Folge. Doch Sparks gelang es, Anfang der 90er-Jahre sich von diesem Ballast zu befreien. Die Familie zog nach North Carolina, wo sie bis heute lebt. Sparks arbeitete bis Mitte der 90er-Jahre als Pharmavertreter. 

Das Jahr 1994 – Der Anfang einer unglaublichen Karriere

Nicholas Sparks hielt weiterhin an seinem Traum fest. Er wollte unbedingt Schriftsteller werden. Mit seinem Roman „The Notebook“, in der deutschen Übersetzung „Wie ein einziger Tag“, der 1996 erschien, gelang ihm der internationale Durchbruch als Autor. Alle Romane sind in der deutschen Übersetzung beim Heyne Verlag in München erschienen. Danach ging es für Sparks nur noch weiter bergauf. Es folgten die Romane „Message in a Bottle“: „Weit wie das Meer“ (1998), „A Walk to Remember“: „Zeit im Wind“ (1999), „The Rescue“: „Das Schweigen des Glücks“ (2000), „A Bend in the Road“: „Weg der Träume“ (2001), „Nights in Rodanthe“: „Das Lächeln der Sterne“ (2003), “The Guardian“: „Du bist nie allein“ (2004),“The Wedding“: „Ein Tag wie ein Leben“ (2004), „True Believer“: „Die Nähe des Himmels“ (2005), „At First Sight“: „Das Wunder eines Augenblicks“ (2006), „Dear John“: „Das Leuchten der Stille“ (2007),“The Choice“: „Bis zum letzten Tag“ (2008),“Lucky One“: „Für immer der Deine“ (2009), „The Last Song“: „Mit dir an meiner Seite“ (2010), „Safe Haven“: „Wie ein Licht in der Nacht“ (2011) und „The Best of Me“: „Mein Weg zu dir“.

Und auch das Kino interessiert sich für seine Romane. 1998 wurde „Message in a Bottle“ („Weit wie das Meer“) unter der Regie von Luis Mandoki mit Stars wie Paul Newman, Kevin Kostner und Robin Wright Penn verfilmt. Sieben weitere Kinoerfolge folgten. Zuletzt die Verfilmung des Romans „Safe Haven“: „Wie ein Licht in der Nacht“ im Jahr 2013.

Am 25. November 2013 erscheint Nicholas Sparks neuer romantischer, humorvoller, tragischer und hoffnungsbringender Roman „The Longest Ride“: „Kein Ort ohne dich“ (Heyne, HC 19,99, eBook 15,99 Euro).

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Ken Follett: Das Multitalent

Ken Follett
Ken Follett, Copyright Olivier Favre

Bücher – Eine Leidenschaft seit frühester Kindheit

Der preisgekrönte Schriftsteller Ken Follett wurde am 5. Juni 1949 im walisischen Cardiff geboren. Gemeinsam mit seinen Eltern und den beiden jüngeren Geschwistern zog Follett 1959 nach London. Schon früh konnte Follett lesen und machte erste Leseerfahrungen mit den Büchern seiner Mutter. Er fühlte sich von der Welt der Bücher magisch angezogen und verbrachte als Kind viele Stunden in Büchereien, wo er sich in fremde Länder und ferne Gegenden träumte. Nach dem Abitur nahm Follett ein Philosophiestudium am University College London auf. Das Interesse für religiöse und existentielle Fragen begleitete ihn seit frühester Kindheit, da er in eine streng gläubige Familie hinein geboren wurde. Mit nur 19 Jahren, kurz nach Beginn des Studiums, heiratete Follett und wurde zum ersten Mal Vater. Fast zur gleichen Zeit begann er, sich mit journalistischem Schreiben zu beschäftigen, nachdem sein zweites Kind geboren wurde, stellte ihn die Zeitung Evening News in London ein. Follett aber wollte über andere Themen schreiben, als die, die ihm vorgegeben wurden und so wechselte er 1974 in einen kleinen Londoner Verlag. Zu dem Zeitpunkt hatte Follett schon begonnen, in seiner Freizeit Romane zu verfassen. Allerdings blieb ein nennenswerter Erfolg zunächst aus. Mit seiner zweiten Frau, Barbara, einer Politikerin, lebt Follett heute in London und Hertfordshire.

Der Thriller „Die Nadel“ brachte den internationalen Durchbruch

Doch Folletts‘ Agent Al Zuckerman hatte einen guten Riecher und sollte Recht behalten. Mit dem Roman „Die Nadel“ („The Needle“) begründete Follett 1978 seinen internationalen Durchbruch. Der Roman wurde ein Millionenbestseller und wurde mit dem renommierten amerikanischen Krimi-Literaturpreis „Edgar Allan Poe Award“ (Edgar) ausgezeichnet. Danach begann Ken Follett, sich ausschließlich dem Schreiben zu widmen. Es folgten kurz hintereinander die Spionagethriller „Dreifach“ („Triple“), „Der Schlüssel zu Rebekka“ („The Key to Rebecca), „Der Mann aus St. Petersburg“ („The Man from St. Petersburg“), „Auf den Schwingen des Adlers“ („On Wings of Eagles“)  und „Die Löwen“ („Lie Down with Lions“). Dass er aber auch ganz anderes kann, zeigte Follett in den folgenden Jahren.

„Die Säulen der Erde“ – Ein überraschender Genrewechsel

Mit seinem fulminanten historischen Roman „Die Säulen der Erde“ („The Pillars of the Earth“) überraschte Follett im Jahr 1990 seine Leser. Diesmal ging es nicht mehr um Spionage, sondern um die Geschichte einer Kathedrale im England des 12. Jahrhunderts. Weltweit wurde dieser Roman gefeiert und in Deutschland war „Die Säulen der Erde“ über Jahre (!) hinweg nicht aus den Bestsellerlisten wegzudenken. Zwischendrin veröffentlichte der Vielschreiber Follett zahlreiche weitere Spionagethriller,  bevor mit dem Roman „Die Tore der Welt“ („World Without End“) das Warten für unzählige Leser im Jahr 2007 endlich ein Ende hatte. Follett erzählte hier die Geschichte der Protagonisten weiter und verlegte die Handlung in die Mitte des 14. Jahrhunderts mit einem Schwerpunkt auf eine der schlimmsten Krankheitsepidemien der Geschichte: der Pest.

„Sturz der Titanen“ und „Winter der Welt“ – Die ersten Bände einer fulminanten Trilogie

Auch in seiner Jahrhundertsaga „Sturz der Titanen“ (2010) und „Winter der Welt“ (2012) widmet sich Follett der Geschichte. Allerdings ist diese schon nah an die Gegenwart herangerückt. Der erste Band der Trilogie spielt vor allem in der Zeit des Ersten Weltkrieges und beleuchtet das Leben von fünf Familien in Europa und den USA. In dem zweiten Teil „Winter der Welt“ geht es um die Zeit zwischen den Kriegen. In Deutschland ist Hitler an der Macht und in den USA leidet die Bevölkerung unter der Folgen der Weltwirtschaftskrise. Die Nachkommen der Helden aus “Sturz der Titanen” nehmen den Kampf gegen Faschismus und Armut auf, jeder so, wie er kann. Fans warten sehnsüchtig auf den dritten und abschließenden Band der Trilogie.

Die Filme

Die Spionagethriller von Ken Follett eignen sich bestens für die große Leinwand und den Fernsehbildschirm. So wurden 1980 „Die Nadel“, 1985 „Auf den Schwingen des Adlers“ und „Geheimcode: Rebecca“ verfilmt. 1993 folgten „Roter Adler“, 1997 „Der dritte Zwilling“ und 2010 „Eisfieber“. Auch seine historischen Romane „Die Säulen der Erde“ (2010) und „Die Tore der Welt“ wurden für das Fernsehen adaptiert.

Romane, eBooks und Hörbücher von Ken Follett finden Sie bei Weltbild

Cornelia Funke: Von Dorsten nach L.A.

Cornelia Funke
Cornelia Funke, Copyright: Dressler, Foto: Jörg Schwalfenberg

Von Dorsten nach Hamburg

Die Schriftstellerin und Illustratorin Cornelia Funke wurde am 10. Dezember 1958 in Dorsten geboren. Nach dem Abitur in ihrer Heimatstadt zog sie zunächst nach Hamburg, wo sie eine Ausbildung zur Pädagogin aufnahm, die sie mit einem Diplom abschloss. Doch die Arbeit als Erzieherin reichte Funke nicht aus, sie wollte ihre Leidenschaft weiter verfolgen und begann neben ihrer Arbeit das Studium der Buchillustration an der FH für Gestaltung. In der Zeit stellte sie beim Bebildern von Geschichten fest, dass ihr oftmals die Geschichten nicht gefielen und so begann sie, sich selbst Geschichten auszudenken. Und die Erfolgsgeschichte nahm ihren Lauf … Vor acht Jahren zog Cornelia Funke mit ihrem Ehemann Rolf Frahm und den gemeinsamen Kindern Ben und Anna und nach Los Angeles. 2006 verstarb Frahm.

Der Start in den 90er-Jahren

Zunächst begann Funke, Fantasy-Bücher zu schreiben. Und dies schnell erfolgreich. Auf Anfrage ihres Verlages hin, fing sie Anfang der 90er-Jahre auch an Kinderbücher zu verfassen. Vor allem mit ihrer sechsbändigen Kinderbuchreihe „Die Wilden Hühner“ um die Mädchen Sprotte, Frieda, Trude, Melanie und Wilma erreichte sie ein großes Lesepublikum. Einige Folgen wurden erfolgreich für das Kino verfilmt. Kritiker lobten die Authentizität der Charaktere und ihrer Geschichten. Auch mit ihrer Kinderbuchserie „Die Gespensterjäger“ mit den Geschichten um Hedwig Kümmelsaft, Tom Tomsky und Hugo MUG erreichte Funke zahlreiche Leser.

Das Jahr 2002: Ein Meilenstein für den internationalen Erfolg

Das Jahr 2002 markiert einen Meilenstein in Funkes Biografie als Autorin. Denn in diesem Jahr wurde das in Deutschland zwei Jahre zuvor erschienene erfolgreiche Fantasy-Jugendbuch „Herr der Diebe“ auch in den USA veröffentlicht und wurde dort zu einem Megabestseller. Cornelia Funke hatte den amerikanischen Markt für sich gewonnen, für europäische Autoren ein Wunder. Zu der Erfolgsgeschichte gehört, dass der Titel in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen wie mit dem Internationalen Buchpreis Corine ausgezeichnet wurde.

2003: Die Tintenwelt-Trilogie

Mit dem ersten Band „Tintenherz“ begann der fulminante Erfolg des Fantasy-Trilogie um die zwölf Jahre alte Meggie. Es folgten die Fortsetzungsbände „Tintenblut“ und „Tintentod“. Alle Bände erschienen bei Cecilie Dressler Verlag. Der Roman erschien zur gleichen Zeit in Deutschland, den USA, Großbritannien, Kanada und Australien. 2013 feierte die Trilogie „Tintenherz“ ihr zehnjähriges Jubiläum.

Worum geht es in „Tintenherz“?

Der Buchfreak Mortimer Folchart (Mo) hat seiner Tochter Meggie die Leidenschaft für Bücher weitergegeben. Zusammen leben die beiden in einem Häuschen, das von oben bis unten mit Büchern vollgestopft ist. Meggie liebt es, wenn ihr Vater ihr Geschichten vorliest und eines Tages erfährt sie auch, was es mit dieser Stimme auf sich hat und was wirklich ihrer Mutter Teresa (Resa) vor einigen Jahren zugestoßen ist. Eines abends klingelt ein seltsamer Mann namens Staubfinger samt seines Marders Gwin an Mos und Meggies Tür und stößt wilde Warnungen vor einer Gestalt namens Capricorn aus. Warum nennt er Mo Zauberzunge? In einer Eilaktion fahren alle zu  Mos Verwandten Elinor Loredan, da Mo vorgibt, dort Bücher binden zu müssen. Das Buch „Tintenherz“, hinter dem Capricorn her ist, nehmen sie mit. Stück für Stück erfährt Meggie, was damals wirklich geschehen ist. Ihr Vater hat die Gabe, Dinge oder Personen in eine Geschichte hineinzulesen und andersherum, diese herauszulesen. So kam es, dass er Meggies Mutter Teresa in das Buch „Tintenherz“ herein las, während einige Spießgesellen um Capricorn in ihre Welt gelangt sind. Mo steckt in einer Zwickmühle, da er nicht garantieren kann, was er mit seiner Stimme alles bewirkt. Und er hatte „Tintenherz“ schon einmal zu Ende gelesen und weiß, dass Staubfinger sterben wird …

2008 wurde „Tintenherz“ von Iain Softley für das Kino verfilmt. Die Rolle der Meggie spielte Eliza Bennett, Brendan Fraser spielte Mo. Der Schauspieler Rainer Strecker ist der Hörbuchsprecher der meisten Jugendbücher von Cornelia Funke.

Bis heute hat Funke mehr als 50 Kinder- und Jugendbücher geschrieben. Die Romane der preisgekrönten Autorin erreichten bisher eine Millionenauflage und wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Zuletzt erschien 2012 der Fantasy-Roman „Reckless. Lebendige Schatten“, den sie gemeinsam mit dem renommierten britischen Filmemacher Lionel Wigram schrieb.

Romane von Cornelia Funke: Die große Übersicht

Stephenie Meyer: Eine Erfolgsgeschichte

Stephenie Meyer
Stephenie Meyer
Copyright: David Stone

Stephenie Meyer

Die US-amerikanische Bestsellerautorin Stephenie Meyer wurde am 24. Dezember 1973 in Hartford, im Bundesstaat Connecticut geboren. In ihrer Kindheit zog sie mit ihren Eltern und den vier Geschwistern nach Phoenix (Arizona), wo sie auch heute mit ihrer Familie – ihrem Mann Christian und den gemeinsamen Söhnen – lebt. Nach der Highschool studierte Meyer Englische Literatur an der Brigham Young University in Provo (Utah). Die Autorin ist bekennende Mormonin und betont, dass ihr Glaube einen großen Stellenwert in ihrem Leben und für ihr Schreiben habe.

Die Bis(s) Reihe: Bella und Edward

Mit der vierbändigen Fantasy-Reihe um die beiden sich liebenden Jugendlichen Bella und Edward wurde Stephenie Meyer international berühmt. Ihre Bücher, die sie eigentlich für Jugendliche geschrieben hatte, wurden auch von Erwachsenen verschlungen. Der erste Band „Bis(s) zum Morgengrauen“ (engl. Twilight) erschien 2005 in den USA und ein Jahr später in Deutschland. Die 17 Jahre alte Isabella Swan zieht zu ihrem Vater nach Forks und gewöhnt sich abgesehen vom Wetter recht schnell an die neue Schule. Schon bald fühlt sich sich vom ätherisch schönen Edward Cullen angezogen, der nicht aus dieser Welt zu kommen scheint. Auch der restliche Cullen-Clan (Carlisle, Esme, Emmett, Alice, Jasper und Rosalie) zeigt ihr die kalte Schulter. Doch ein Autounfall bringt Bella zum Grübeln. Wie konnte Edward sie dermaßen schnell und beherzt retten? Und nicht nur diesmal. Er ist immer zur Stelle, wenn Bella in Schwierigkeiten steckt. Edward verweigert ihr jedoch jede Antwort. Als Bella Jacob Black (Jake) trifft, erzählt dieser ihr, dass alle Cullens Vampire sind. Und endlich bestätigt Edward diesen Verdacht. Die beiden verbringen viel Zeit miteinander, was Edward immer wieder neu herausfordert, da er sich zwar von Tierblut ernährt, Bellas Duft ihn aber immer wieder an seine Grenzen bringt. Bella, die sich nichts sehnlicher wünscht, als in einen Vampir verwandelt zu werden, erreicht ihr Ziel nicht. Edward möchte, dass sie ein Mensch bleibt und hilft ihr, wenn sie in großer Gefahr ist.

Ein Jahr später, 2007, erschien der ebenfalls sehr erfolgreiche zweite Band der Reihe, „Bis(s) zur Mittagsstunde“ (engl. New Moon). Bei ihrer Geburtstagsfeier im Haus der Cullens kann Bella gerade noch einem Angriff durch Jasper entgehen. Kurz darauf verlassen Edward und seine Familie die Stadt und Bella bleibt traurig und verlassen zurück. Edward, der Bellas Gedanken lesen kann, spricht durch ihr Unterbewusstsein mit ihr, sobald sie sich in große Gefahr begibt. Auch Jake ist ihr keine große Hilfe, im Gegenteil. Er kann sich in einen Werwolf verwandeln und Edwards Familie sehr gefährlich werden. Doch Jake beschützt Bella vor allen Gefahren und rettet ihr das Leben. Edwards Schwester Alice sucht Bella auf, um sie mit nach Italien zu nehmen. Hier in Volterra bittet Edward die großen Vampire, ihn zu vernichten, weil er zu dem Zeitpunkt noch glaubt, Bella sei gestorben. Zurück in Forks gelingt es Edward, Bella davon zu überzeugen, ein Mensch zu bleiben. Wird Bella mit dem Werwolf Jake befreundet bleiben können?

2008 erschien der dritte Band der Saga „Bis(s) zum Abendrot“ (engl. Eclipse) in dem sich die Situation zwischen Vampiren und Werwölfen dramatisch zuspitzt. Auch die Beziehung zwischen Bella und Edward ist angespannt, da jeder andere Vorstellungen von der Zukunft hat. Edward zögert die Verwandlung Bellas in einen Vampir immer weiter hinaus. Ein verfeindetet Vampirclan macht den Cullens zu schaffen und sie schließen sich mit den Werwölfen um Jake zusammen, damit sie eine reale Chance gegen die Übermacht der anderen haben. Bellas Herz aber schlägt nur für Edward und Jake, der sich in Bella verliebt hat, gelingt es nicht, sie für sich zu gewinnen. Edward und Bella planen nach allen überstandenen Gefahren ihre Hochzeit.

Der vierte und letzte Teil der ReiheBis(s) zum Ende der Nacht“ (engl. Breaking Dawn) erschien 2009 und ist in drei Bände unterteilt. Nach ihrer Hochzeit verbringen die beiden Frischvermählten ihre Flitterwochen auf einer Insel in der Nähe von Rio de Janeiro. Schon bald bemerkt Bella, dass sie schwanger ist und wird zunehmend schwächer, nur die Verabreichung von Blut kann sie retten. Während Bella fast unter den Folgen der Geburt stirbt, bringen Jake und Edward ein gesundes Kind auf die Welt, ein Mädchen, das sie Renesmée nennen. Die Verwandlung von Bella ist fast abgeschlossen und sie müssen den Kampf gegen die Volturi aufnehmen. Am Ende des vierten Buches kehrt die kleine Familie in ihr neues Haus in Forks zurück.

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