John Williams

John Williams: Die literarische Sensation

John Williams
John Williams

John Edward Williams wurde am 29. August 1922 im texanischen Clarksville geboren. Williams verbrachte seine Kindheit und Jugend auf der Farm seiner Großeltern. Im Zweiten Weltkrieg meldete er sich freiwillig bei der amerikanischen Luftwaffe, wo er zwei Jahre in Birma und Indien blieb. Williams war vier Mal verheiratet und Vater von drei Kindern. Er starb am 3. März 1994 an Lungenversagen in Fayetteville.

Die Arbeit an der Universität

Nach dem Krieg nahm Williams in Denver ein Studium der Englischen Literaturwissenschaften auf, das er 1950 abschloss. Nach einem Aufenthalt an der Unversity of Missouri ging der in Englischer Literatur promovierte Williams 1955 wieder an seine Universität nach Denver zurück. Dort lehrte er bis zu seiner Emeritierung 1985 Englische Literaturwissenschaften und Creative Writing und gründete die wichtige Literaturzeitschrift „Denver Quarterly“, deren Herausgeber er fünf Jahre lang war. Seine Seminare erfreuten sich großer Beliebtheit und wurden landesweit anerkennend  wahrgenommen. In der Zeit seiner Lehrtätigkeit wurde das Institut stark ausgebaut. Doch sein Gesundheitszustand verschlechterte sich während der Zeit seiner Lehrtätigkeit zunehmend, was seinem exzessiven Zigaretten- und Alkoholkonsum geschuldet war. Ein ruhmreicher Abschied von seiner Arbeit als Assistenzprofessor blieb Williams verwehrt. Er wurde wegen interner Zerwürfnisse nicht mit dem akademischen Ehrentitel beehrt. In seinen letzten Lebensjahren zog sich Williams aus dem universitären Leben zurück.

Die Werke

Noch während des Krieges schrieb Williams an seinem ersten Roman „Nothing but the night“, den er 1948 bei einem Verlag unterbringen konnte. Ein Jahr später folgte der Lyrikband „The broken landscape“. 1960 erschien mit „Butcher’s Crossing“ sein zweiter Roman. 1963 veröffentlichte er die Anthologie „English Renaissance Poetry“ ,1965 publizierte er seinen zweiten Lyrikband „The necessary lie“ und seinen Roman „Stoner“. Für seinen vierten Roman „Augustus“ erhielt er 1973 den National Book Award, den er sich mit John Barth teilte. Einen fünften und letzten Roman schrieb er nicht zu Ende. Die Themen seiner Romane unterscheiden sich sehr voneinander. Willams schrieb mit „Butcher’s Crossing“ einen westernähnlichen Roman, mit „Augustus“ behandelte er ein historisches Thema und in „Stoner“ widmete er sich dem Leben eines Universitätsprofessors.

Die Erfolgsgeschichte von „Stoner“

Der Roman „Stoner“, der 1965 erschien, war einigen Lesern und Schriftstellern ein Begriff. Er wurde zwar gelesen, erlangte aber nicht die Berühmtheit, die ihm nun zuteil wird. Viele Jahre lang war der Titel vergriffen und nur noch antiquarisch zu beziehen. 2006 kam der Wendepunkt für die Wiederentdeckung des Romans. Edwin Frank, der Cheflektor der 1999 ins Leben gerufenen Reihe „New York Books Classics“, nahm „Stoner“ in den Kanon der amerikanischen Literatur der Klassischen Moderne auf. 40.000 Exemplare des Titels wurden auf Anhieb verkauft. Eine Sensation für einen posthum neu aufgelegten Roman! Als die erfolgreiche  französische Autorin Anna Gavalda begeistert von dem Roman sprach, wurde er auch in Frankreich zu einem Überraschungserfolg. Doch nicht nur dort: Vor allem in den Niederlanden wurde „Stoner“ mit 135.000 verkauften Exemplaren ein Bestseller. Die Begeisterung schwappte schließlich von England, Italien und Israel nach Deutschland über. Auch hierzulande ist der Roman, der beim Deutschen Taschenbuch Verlag (dtv) erschienen ist, ein Bestseller und seit Wochen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste vertreten. Das Medienecho auf den Roman und dessen Übersetzung durch Bernard Robben ist überwältigend. Derzeit wird der Roman in weitere Sprachen übersetzt. Ein Ende der Erfolgsgeschichte ist also noch lange nicht abzusehen.

Worum geht es in dem Roman „Stoner“?

Der Protagonist des Romans, William Stoner, ist Farmerssohn und lernt von Kindheit an die harte Arbeit auf dem Land kennen. Seine Eltern schicken ihn für ein Studium der Agrartechnik an die Universität von Missouri, Columbia. Doch nicht das eigentliche Studium, sondern vielmehr sein Nebenfach Englische Literatur, erwecken die Leidenschaft des jungen Mannes und er konzentriert sich nur noch auf die Welt der Bücher und kehrt nicht mehr in das ländliche Elternhaus zurück. Stoner darf Lehrveranstaltungen übernehmen und erarbeitet sich einen guten Ruf als Assistenzprofessor. Doch in seinem Leben muss er immer wieder Rückschläge entgegen nehmen, den Intrigen an der Universität ist er ebenso wenig gewachsen wie der Entfremdung mit seinen Eltern und seiner eigenen kleinen Familie. Die Figur „Stoner“ hat viel mit John Williams gemeinsam, vor allem die gemeinsame grenzenlose Liebe für die Literatur.

Der Roman „Stoner“ ist bei dtv erschienen und kostet als Hardcover 19,90 Euro und als eBook 15,99 Euro.  Der großartige Burghart Klaußner spricht das Hörbuch, das für 24,99 Euro beim Audio Verlag erschienen ist.

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Ein Gedanke zu „John Williams: Die literarische Sensation“

  1. Stoner ist das beste Buch, das ich in den lezten Jahren gelesen habe. Das normale leicht locker und spannend erzählt. Ich würde gerne mehr von john williams lesen.

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