Der Anhalter

Lee Child – Der Anhalter

Gerade im Thriller und im Kriminalroman erfreuen sich Serienhelden großer Beliebtheit. Und auch für mich ist es, als würde ich alte Bekannte wiedertreffen, wenn Autoren ihre Krimi-Reihen fortsetzen.

Wie im richtigen Leben freut man sich mal sehr über das Wiedersehen, mal ist man etwas distanzierter, ein Grund zur Freude ist es aber eigentlich immer. Und jetzt habe ich Jack Reacher wiedergetroffen. Er ist Der Anhalter im gleichnamigen NEW YORK TIMES und SPIEGEL Bestseller von Lee Child.Der Anhalter

Auch in seinem neuen Fall reist der frühere Militärpolizist mehr oder weniger ziellos durch die USA. Er ist als Anhalter unterwegs, das heißt, eigentlich wartet er mehr als dass er unterwegs ist. Schließlich schaut Jack Reacher etwas abgerissen und heruntergekommen aus, und dann die frisch gebrochene Nase – er wirkt nicht gefährlich, trotzdem fährt man da als anständiger Mensch lieber weiter.

Fast alle haben wir schon als Kinder gelernt, dass es übel ausgehen kann, per Anhalter zu fahren. Ein böser Auto- oder LKW-Fahrer, der uns mitnimmt, könnte ja Böses im Schilde führen. Wir wissen aber auch, dass man sich als Autofahrer in Gefahr begibt, wenn man Anhalter mitnimmt. Neu ist, dass böse Autofahrer jemanden mitnehmen, mit dem sie Böses im Schilde führen, nicht ahnend, dass der Anhalter ebenfalls nicht unbedingt ein Guter ist.

Und so hält doch noch ein Auto bei Jack Reacher an, mit drei Insassen, zwei Männern und einer Frau. Sie sind in einen Mord verwickelt und auf der Flucht. Der Anhalter soll dazu dienen, die Polizei abzulenken. Sie können ja nicht wissen, dass der Mann einen ganz besonderen Gerechtigkeitssinn hat, Verbrecher zur Strecke bringt, wo immer er kann, extrem brutal und skrupellos, wenn es sein muss. Er sah doch so harmlos aus, am Straßenrand, so abgerissen und heruntergekommen wie er war, und mit der frisch gebrochenen Nase …

Ich habe mich gefreut, wieder mit Jack Reacher unterwegs zu sein. Wir haben viel erlebt, in den letzten Tagen, es war unterhaltsam, auch, weil man sich ja nicht alle Tage trifft. Aber „von Zeit zu Zeit seh ich den Alten gern“. Mal sehen, wann Lee Child seinen Helden auf die nächste Jagd schickt. Dann werde ich wieder dabei sein.