Elias Khoury: Yalo

Der Protagonist Yalo aus Beirut wird als junger Mensch in einer libanesischen Miliz auf die Grausamkeiten des Krieges konditioniert. So geprägt lebt er nach dem Krieg weiter, in einem Doppelleben als Wächter einer Villa und als nächtlicher Räuber und Vergewaltiger junger Liebespaare. Als er sich in eines seiner Opfer verliebt, wird er von diesem angezeigt und landet in den Folterkellern Beiruts. Dort wird er gezwungen, ständig neue Geständnisse zu verfassen, denn nie sind seine Peiniger zufrieden. So verliert er den Bezug zu sich selbst, zu seinem Körper. Unter Schmerzen laufen seine Erzählungen aus dem Ruder und er vermischt Fiktion und Realität. Khoury macht es dem Leser nicht einfach, Position zu beziehen. Man kann Yalo als Kriminellen verurteilen oder als Opfer eines grausamen Konflikts sehen.

Elias Khoury gehört zu den bekanntesten arabischen Autoren und lebt heute in Beirut. Dort wurde er 1948 geboren. Sein Studium beendete er 1973 mit einem Diplom der Ecole Pratique des Hautes Etudes in Paris. Bis 1976 war er im palästinensischen Widerstand aktiv. Danach arbeitete er im PLO Forschungszentrum im Libanon und begann dort auch, seine ersten Romane zu schreiben. Außerdem war er Dozent an der Columbia University, New York, Herausgeber der Kulturbeilage der Beiruter Zeitung An-Nahar, Direktor des Experimental-Theaters Masrah-Bayrut und stellvertretender Leiter des jährlich stattfindenden Ayloul Festivals.
In seinen Romanen und Essays bezieht er offen und kritisch Stellung zur Nahostpolitik und zu zeitgenössischen Themen. Sein Roman „Das Tor zur Sonne“ wurde 2004 verfilmt, seine Werke in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Der Roman ist im Suhrkamp Verlag erschienen und kostet 24,90 Euro.

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