Ingrid Betancourt: Kein Schweigen, das nicht endet

Zwei Jahre nach ihrer Befreiung aus der Gefangenschaft ist nun Ingrid Betancourts Buch „Kein Schweigen, das nicht endet“ erschienen. 2002 wurde die damalige kolumbianische Präsidentschaftskandidatin von der linksgerichteten Rebellengruppe Farc verschleppt. Über sechs Jahre verbrachte Betancourt im Dschungel in der Gewalt der Guerilla.

In ihrem Buch berichtet sie von den schlimmen Haftbedingungen, die durch ihre Fluchtversuche immer weiter verschärft wurden. Ingrid Betancourt schildert die Erniedrigungen durch die brutalen Aufseher und das schwierige Verhältnis zu den Mitgefangenen, insbesondere zu ihrer ehemaligen Wahlkampfmanagerin Clara Rojas. Die beiden Frauen gerieten derart in Konflikt, dass sie nach der Befreiung kein Wort mehr miteinander wechselten. Clara Rojas bezeichnet einige Passagen in dem Buch als „frei erfunden“, so die Süddeutsche Zeitung.

Das Buch „Kein Schweigen, das nicht endet. Sechs Jahre in der Gewalt der Guerilla“ ist bei Droemer erschienen und kostet 22,99 Euro.

„Kein Schweigen, das nicht endet. Sechs Jahre in der Gewalt der Guerilla“ bei Weltbild.de bestellen

Ken Follett: Lesung in Köln

Am 16.11.2010 stellt Ken Follett in der Mayerschen Buchhandlung in Köln sein neues Buch „Sturz der Titanen“ vor. Moderiert wird die Lesung von Angela Spizig, die Veranstaltung findet auf Englisch und Deutsch statt. Der Eintritt beträgt 10,- € und  7,- €  für Schüler und Studenten. Die Karten können in der Mayerschen Buchhandlung erworben oder unter 0221 / 920109 – 0 reserviert werden.

Der Roman „Sturz der Titanen: Die Jahrhundertsaga“ erscheint am 28.9. und wird von Ken Follett-Fans mit Spannung erwartet. Die Familiensaga beginnt 1914 mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges und begleitet drei Familien über drei Generationen hinweg.

Das Buch erscheint bei Bastei Lübbe und kostet 28 Euro. Auf der Verlagswebseite kann man als Vorgeschmack den weißhaarigen Briten in einem kurzen Video live erleben.

Foto: Olivier Favre

Jonathan Franzen: Lesereise – alle Termine

Das neue Buch von Jonathan Franzen „Freiheit“ ist neun Jahre nach seinem Welterfolg „Die Korrekturen“ erschienen. Es zeichnet sich ab, dass diese 700-seitige Gesellschaftsstudie über den Zustand der amerikanischen Familie auch wieder ein Bestseller wird. Wer den Autor gerne live erleben möchte, sollte sich beeilen, um ein Ticket für eine seiner Lesungen zu ergattern:

Die Termine:

Fr 8. Okt
19:30 Uhr Frankfurt, Schauspielhaus

Mo 11. Okt
20:00 Uhr München, Literaturhaus

Di 12. Okt
20:00 Uhr Köln, Kulturkirche

Mi 13. Okt
20:00 Uhr Hamburg, Kampnagel

Do 14. Okt
20:00 Uhr Leipzig, Literaturhaus/Kuratorium „Haus des Buches“

Sa 16. Okt
16:00 Uhr Berlin, Renaissance-Theater

So 17. Okt
11:00 Uhr Berlin, Museum für Naturkunde

Foto: Greg Martin / Rowohlt Verlag

Sascha Lobo: Strohfeuer – Einmal New Economy und zurück

Profi-Blogger Sascha Lobo hat seinen ersten Roman veröffentlicht. Seinen Erstling mit dem Titel „Strohfeuer“ hat er in der Jahrtausendwende angesiedelt, als jede Menge Start-Up-Unternehmen wie Pilze aus dem Boden schossen. Lobos Ich-Erzähler kommt zum Internet wie die Jungfrau zum Kinde und hofft auf das schnelle Geld. Rund um die Luftblase der New Economy erzählt Sascha Lobo vom damaligen Zeitgeist, einem fruchtbaren Biotop für Hochstapler und Blender. Diese fragwürdigen Charaktere versteht der Blogger mit dem roten Iro gekonnt zu sezieren und deren Antrieb, ihre Sucht nach Geld, Party, Erfolg und Sex, bloßzustellen.

Die Kritiken seines neuen Buches hat der Inhaber einer gut gehenden Frisur (Lobo über Lobo) in Auszügen praktischerweise selbst in seinen Blog eingestellt. So kann jeder, der sich näher informieren möchte, die gesammelten Werke nachlesen. Eine Kostprobe von „Strohfeuer“ gibt es außerdem zum Download.

„Strohfeuer“ ist bei Rowohlt erschienen und kostet 18,95 Euro.

Italo Calvino: 25. Todestag

Der italienische Autor Italo Calvino, der sich weit über die Grenzen Italiens einen Namen machen konnte, ist am 19. September 1985 in Siena (Italien) verstorben. Besonders häufig werden seine Bücher heute noch in Italien gelesen, zum Beispiel als Schullektüre.

In jungen Jahren war Italo Calvino überzeugter Kommunist und Mitglied der KPI (Kommunistischen Partei Italiens). Er unterstützte die Bestrebungen der Menschen in den Ostblock-Staaten, einen demokratischen Kurs einzuschlagen. Nachdem die Rote Armee jedoch in den 50er Jahren alle Aufstände blutig niederschlug, wandte sich Italo Calvino vom Kommunismus enttäuscht ab und trat 1957 aus der Partei aus.

Seinen ersten Roman veröffentlichte Italo Calvino bereits 1947. Durch die Tätigkeit als Lektor geriet er alsbald in Literatenkreise und pflegte international Kontakte zu berühmten Autoren. Seine literarischen Vorbilder benannte er mit Thomas Mann und Alberto Moravia. Das Buch „Wenn ein Reisender in einer Winternacht“ wurde zu seinem größten internationalen Erfolg. Auch in den USA fand Italo Calvino viele Fans. Der Roman „Die unsichtbaren Städte“ von 1974 kursierte als Kultbuch. Zuletzt arbeitete Calvino an einer Poetik-Vorlesung für die Harvard-University, die er nicht mehr fertig stellen konnte. Italo Calvino starb 1985 an den Folgen eines Gehirnschlags.

Christoph Scholder: Oktoberfest – Ein Thriller

Rechtzeitig zur Wiesn ist der Thriller „Oktoberfest“ von Christoph Scholder erschienen. Nach der Lektüre wird wohl der Besuch des Oktoberfests von einem leicht mulmigen Gefühl begleitet sein.

Die Story: Russische Terroristen übernehmen auf dem Oktoberfest die Kontrolle und halten 70.000 Besucher als Geiseln fest. Die Situation wird immer chaotischer und steuert auf die Katastrophe zu. Der Thriller ist das erste Buch von Christoph Scholder. Insgesamt vier Jahre hat er für seinen Erstling gebraucht. Das Buch ist bei Droemer/Knaur erschienen und kostet 19,95 Euro.

Loki Schmidt: Naturbuch für Neugierige

Loki Schmidt, die seit 1942 mit Ex-Kanzler Helmut Schmidt verheiratet ist, beschäftigt sich schon sehr lange mit Pflanzen, insbesondere mit gefährdeten Arten. Nun hat sie in Zusammenarbeit mit dem Biologen und Journalisten Lothar Frenz das „Naturbuch für Neugierige“ herausgebracht. Darin will sie die Leser für den Blick auf die Reichtümer der Natur sensibilisieren. Eine interessante Frau gewährt Einblick in das, was ihr das Liebste ist: faszinierende Pflanzen und Tiere in ihrem Lebensraum zu erleben und zu beobachten.

Arthur Schopenhauer: 150. Todestag

Arthur Schopenhauer wurde 1788 in Danzig geboren und starb am 21. September 1860 in Frankfurt am Main. Der Philosoph und Hochschullehrer sah sich in der Nachfolge Kants und beschäftigte sich mit Ethik, Metaphysik und Ästhetik. Er lehnte die Philosophie Hegels ab und verehrte Schleiermacher.

Bis heute sind seine frauenfeindlichen Sprüche immer noch im kollektiven Gedächtnis verankert. Insgesamt erscheint er als Polemiker und Pessimist par excellence. Haben seine Thesen heute noch Gültigkeit oder ist ihnen nur noch historische Bedeutung zuzuweisen?  Unsere Vermutung: Nur echte Schwarzseher haben Freude an der Haltung, dass das Leben ein „Jammertal“ ist.

Andrea Camilleri: Das graue Kleid

Der soeben erschienene Roman von Andrea Camilleri „Das graue Kleid“ dreht sich diesmal nicht um Commissario Montalbano, sondern um den pensionierten Bankdirektor Febo Germosino, der das wahre Gesicht seiner 25 Jahre jüngeren Ehefrau Adele erkennen muss. Diese scheint ihn zu betrügen, zumindest steht das in einem anonymen Schreiben. Außerdem trägt sie zu bestimmten Anlässen immer wieder ein graues Kleid. Was steckt dahinter? Febo und Adele liefern sich ein Katz-und-Maus-Spiel, das ungeahnte Entwicklungen mit sich bringt…

Camilleri stellt mit dem neuen Roman unter Beweis, dass er spannende Romane schreiben kann, die nicht im Polizeimilieu spielen.

Max Goldt: Gattin aus Goldabfällen – Mit Text versehene Bilder

Das neue Buch von Max Goldt trägt den kuriosen Titel „Gattin aus Holzabfällen“. Der Schriftsteller, Comic-Texter und Musiker wurde mit dem Kleist-Preis (2008) ausgezeichnet und ist bekannt für seinen geistreichen Wortwitz. Das neue Buch ist eine Reise durch skurrile und schrille Fotografien, die er mit einem feinen Text kommentiert. Jede Seite bietet eine neue Überraschung von Bildern und Momentaufnahmen, die bereits in der Titanic erschienen und nun in einem schönen, großformatigen Buch zusammengefasst sind.

Das Buch ist bei Rowohlt erschienen und kostet 18,95 Euro.