Neues Buch von Thilo Sarrazin: Deutschland schafft sich ab

Thilo Sarrazin macht immer wieder durch markige Äußerungen zum Thema Integration von Ausländern von sich reden. Darüber sind seine Kollegen im Vorstand der Deutschen Bundesbank nicht immer glücklich. Nun meldet er sich mit einem Buch zu Wort, das garantiert wieder einige Kontroversen auslösen wird. In „Deutschland schafft sich ab“ entwirft Thilo Sarrazin ein trübes Bild von der Zukunft Deutschlands. Nach seiner Erfahrung in Politik und Verwaltung identifiziert er massive Probleme, die in den nächsten Jahren auf Deutschland zukommen werden, wie z.B. der Geburtenrückgang, die steigende Zuwanderung und die immer größer werdende Unterschicht. Sarrazin beklagt, dass Deutschland immer älter, kleiner und dümmer wird. In seinem für den 30. August angekündigtem Buch schont er nichts und niemanden. Er geht mit den Deutschen hart ins Gericht und zeigt auf, wie die Gesellschaft sich selbst untergräbt. Thilo Sarrazin erklärt, warum sich Deutschland in dieser Form entwickelt hat, und unterbreitet gleichzeitig seine Vorschläge für mögliche Problemlösungen. Dass Thilo Sarrazin, der den Begriff political correctness beharrlich ignoriert, damit wieder für Gesprächsstoff und hitzige Diskussionen sorgen wird, ist klar.

Thilo Sarrazin ist  seit 1975 Mitglied der SPD und hat 35 Jahre lang Erfahrung im politischen und verwaltungstechnischen Bereich gesammelt. Bis 2009 war er auch im Berliner Senat als Finanzsenator tätig, nun ist er Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank.

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Save the date: Frankfurter Buchmesse 2010

Unter dem Motto „Bücher machen Leute. Leute machen Bücher.“ findet vom 6.-10.10.2010 wieder einmal die weltweit größte  Buch- und Medienmesse statt.  Auf der Frankfurter Buchmesse werden jedes Jahr Artikel von über 7.000 Ausstellern aus rund 100 Ländern präsentiert. Zusätzlich stellt sie jährlich neue Buchkollektionen zu aktuellen Themen zusammen. Diese umfassen jeweils ca. 30-120 Titel aus den Neuerscheinungen sowie einer Auswahl an besonders schönen deutschen Büchern. Ehrengast ist dieses Jahr Argentinien. Die Buchmesse steht ganz im Zeichen lateinamerikanischer Tradition. Bücher, Menschen und die Kultur Argentiniens werden in zahlreichen Veranstaltungen vorgestellt.

2009 besuchten rund 290.000 Menschen die Frankfurter Buchmesse, darunter über 181.000 Fachbesucher. 10.000 Journalisten sorgten für eine große Präsenz der Presse. Die Besucher, Medien und Vertreter  werden nicht nur durch  die umfangreiche Anzahl an Publikationen auf das Messegelände gelockt (400.000 Titel, darunter ca.124.000 Neuveröffentlichungen).  Sie nutzen die einzigartige Möglichkeit, Kontakte zu Lektoren und Autoren zu knüpfen, beispielsweise Autorenlesungen zu besuchen und Autogramme zu ergattern. Doch es sind nicht nur Bücherliebhaber und Journalisten, die zur Messe kommen. Das weiträumige Gelände bietet beispielsweise auch Platz für  Ausstellungen aus den Bereichen Film und Medien und ein Zentrum für Comics.

Für kleinere oder noch unbekannte Verlage bietet die Frankfurter Buchmesse die Chance, innerhalb weniger Tage ein großes Publikum anzusprechen. Bestes Beispiel dafür ist der Design Pavoni Verlag. 2009 machte er erstmals von sich reden, als er die Bücher von zwei Autoren im Alter von 13 und 14 Jahren veröffentlichte. Dieses Jahr ist er wieder vertreten, mit zwölf Jungautoren im Gepäck, deren Bücher von Abenteuerromanen über Lyrik alle Genres abdecken.

Foto: Frankfurter Buchmesse

110. Todestag von Friedrich Nietzsche

Heute vor 110 Jahren starb der deutsche Philosoph und Schriftsteller Friedrich Nietzsche in Weimar. Der Professor für klassische Philologie an der Universität  Basel erlangte durch seine Schriften wie zum Beispiel „Also sprach Zarathustraschon zu Lebzeiten international große Popularität. Neben Schopenhauer gilt Richard Wagner als eine seiner größten Inspirationsquellen. Allerdings wandelt sich der Einfluss Wagners über die Jahre. In Werken wie die „Geburt der Tragödie“ bewertet Nietzsche den zeitgenössischen Komponisten noch positiv, doch im Laufe der Zeit verschlechtert sie das Bild zusehends.

Während der Zeit des Nationalsozialismus kam es zu einer gravierenden Fehlinterpretation von Nietzsches „Übermensch“. Nach Auslegung der Nationalsozialisten forderte Nietzsches Text die Erschaffung sogenannter Herrenmenschen. Die Nazi-Ideologen missbrauchten seine Thesen für die Untermauerung ihrer Rassentheorie.

Bereits im Alter von 44 Jahren, 10 Jahre vor seinem Tod, befiel ihn eine schwere Geisteskrankheit, die den endgültigen Rücktritt von seiner Lehrtätigkeit und eine Vormundschaft notwendig machte. Seine Texte, die bereits vor gut hundert Jahren Anlass zu hitzigen Diskussionen gaben, werden noch heute immer wieder neu gedeutet. Die Fragen nach Moral, Wissenschaft, Philosophie und Religion sind nach wie vor Gegenstand philosophischer Diskurse.

Mit seinen Kritiken hat Nietzsche ein Werk hinterlassen, dessen Gehalt in vielen Teilen stark umstritten ist, in einigen Aspekten jedoch die Suche nach einem neuen Selbstverständnis des modernen Menschen widerspiegelt.

Christoph Schlingensief: So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein

Am Samstag den 21. August ist Christoph Schlingensief seinem Krebsleiden erlegen. Er wurde nur 49 Jahre alt.

Aus seiner Krankheit machte der Theaterregisseur keinen Hehl, im Gegenteil. Letztes Jahr erschien im April sein Buch: „So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein. Tagebuch einer Krebserkrankung“. Anfang 2008 bekommt Christoph Schlingensief die Diagnose: Lungenkrebs. Der Nichtraucher setzt sich daraufhin tagtäglich mit der tödlichen Krankheit auseinander, spricht seine Gedanken in ein Aufnahmegerät. Daraus entsteht ein eindringliches Tagebuch über die Angst vor dem Sterben, die Auseinandersetzung mit Gott und über die vielen Träume und Wünsche, die Christoph Schlingensief sich noch verwirklichen möchte. Dazu gehört eine Familie zu gründen, ein Opernhaus in Afrika zu bauen und in einem Haus am Meer zu leben. Alles hat er leider nicht mehr geschafft.

Das Buch „So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein. Tagebuch einer Krebserkrankung“ erscheint am 11. Oktober als Taschenbuch.

Bei Weltbild.de bestellen: „So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein! : Tagebuch einer Krebserkrankung

Elizabeth Gilbert: Das Ja-Wort

Die amerikanische Autorin Elizabeth Gilbert hat sich in ihrem neuen Roman „Das Ja-Wort“ das Thema Ehe vorgenommen. Ihre Vorgeschichte kennt fast jede Frau, denn der Roman „Eat, Pray, Love“ war im Jahr 2008 die Muss-Lektüre für alle Mittdreißigerinnen. Der Selbstfindungstrip, der die Autorin durch Italien, Indien und schließlich Indonesien führte, endete bekanntlich mit ihrer neuen großen Liebe, dem Brasilianer Felipe. In dem neuen Roman „Das Ja-Wort“ stellt sich das Problem, dass die beiden nur verheiratet nach USA einreisen können. Wie dumm, dass sich sowohl Elizabeth als auch Felipe nach katastrophalen Ehen geschworen hatten, nie wieder zu heiraten. Da sie nunmal zur Eheschließung gezwungen werden, begibt sich Elizabeth auf einen neue Reise ins Ich. Wie der Untertitel schon verrät versucht sie, ihren Frieden mit der Ehe zu machen. In zahlreichen, sehr persönlichen Betrachtungen wie man es von Elizabeth Gilbert so gut kennt, macht sie sich auf die Spur der Ehe und was diese genau im Innersten zusammen hält.

Am 29.9. kommt die Verfilmung von „Eat, Pray, Love“ ins Kino. Bei der Starbesetzung mit Julia Roberts als Elizabeth und Javier Bardem als Felipe kann man davon ausgehen, dass der Film ein ebenso großer Erfolg wie der Roman wird. Denn: Wer möchte Julia nicht dabei zusehen, wie sie nach so vielen Irrungen und Wirrungen vor der Traumkulisse Balis in Javiers Arme sinkt.

Bei Weltbild.de bestellen: Das Ja-Wort: Wie ich meinen Frieden mit der Ehe machte

Ken Follett: Sturz der Titanen

Der neue Roman von Ken Follett „Sturz der Titanen“ erscheint am 28. September. Er erzählt die Geschichte dreier Familien am Vorabend des Ersten Weltkrieges. Eine deutsch-österreichische Aristokratenfamilie zerreißt durch die großen politischen Umwälzungen. Die zweite Familie kämpft in England mit den radikalen gesellschaftlichen Veränderungen, die durch den Aufstand der Arbeiter verursacht werden. Und zu guter Letzt erzählt Ken Follett die Geschichte zweier Brüder aus Russland, deren Wege sich durch den Lauf der Geschichte trennen. Der eine schließt sich russischen Revolutionären an, während der andere im Ausland sein Glück versucht. Die Schicksale der untereinander vollkommen fremden Familien verflechten sich, während alte Mächte untergehen und der Erste Weltkrieg die ganze Welt erschüttert.

Der britische Schriftsteller Ken Follett ist 1949 in Wales geboren. Follett schreibt im Stil der klassischen Thriller-Dramaturgie. Bekannt wurde er durch seinen Thriller „Die Nadel“. Das Buch wurde in 30 verschiedene Sprachen übersetzt und 12 Millionen mal verkauft.

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Jonathan Safran Foer „Tiere essen“: Nicht nur für Vegetarier!

Jonathan Safran Foer hat sich in seinem neuen Roman „Tiere essen“ diesmal einem Sachthema gewidmet, dem Vegetarismus. Der Autor zweier sehr erfolgreicher Romane („Alles ist erleuchtet“, „Extrem laut und unglaublich nah“) erklärt unaufgeregt und anhand vieler Fakten, warum er kein Fleisch mehr isst.

Jonathan Safran Foer berichtet zum Teil aus eigener Erfahrung, zum Teil präsentiert er das Ergebnis seiner Recherchen über die Fleischproduktion in den USA. Dort wird so viel Fleisch gegessen wie nirgendwo auf der Welt. Es gibt viele Gründe, auf Fleisch zu verzichten: Der CO2 Ausstoß der Rinderherden, der ungeheure Verbrauch von Wasser und Getreide, der für die Massentierhaltung benötigt wird, und zu guter Letzt spricht die höhere Lebenserwartung von Vegetariern für die Fleisch-Entsagung.

Mit „Tiere essen“ will Jonathan Safran Foer überzeugen und aufklären und nicht als Demagoge auftreten. Mit dem Buch trifft er den Nerv der Zeit, denn es hat sich mittlerweile nicht nur bei den radikalen Linken herumgesprochen, dass wir etwas gegen den Klimawandel tun sollten und dass eine gesunde Lebensweise die Lebensqualität entscheidend verbessert. Wir dürfen gespannt sein, welche Diskussionen das Buch in Deutschland hervorrufen wird, wenn es am 19. August erscheint.

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Herbert Rosendorfer: Corine-Buchpreis fürs Lebenswerk

Herbert Rosendorfer erhält für sein Lebenswerk den internationalen Corine-Buchpreis 2010. Dieser Literaturpreis wird seit 2001 verliehen und steht unter der Schirmherrschaft des bayerischen Ministerpräsidenten. Initiator des Corine-Buchpreises ist der Landesverband Bayern im Börsenverein des Deutschen Buchhandels.

Die Auszeichnung will Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am 28. November bei einer Gala im Münchner Cuvilliéstheater verleihen, teilte die Staatskanzlei am Montag in München mit und begründete: »Die Vielfalt im Oeuvre Herbert Rosendorfers entspricht dem Gedanken der CORINE. Herbert Rosendorfer ist im besten Sinne ein bayerischer Autor mit internationalem Renommée.«

Herbert Rosendorfer begründete seinen Erfolg mit dem Bestseller „Briefe in die chinesische Vergangenheit“ aus dem Jahr 1985. Das Buch erzählt von einem chinesischen Zeitreisenden, der seine Beobachtungen und Erlebnisse in der Gegenwart in Briefen an seinen Freund ins Reich der Mitte von vor 1000 Jahren schildert. Witzig und charmant hält Herbert Rosendorfer in dem Briefroman der modernen Gesellschaft den Spiegel vor. Zuletzt erschien von Herbert Rosendorfer der Italien-Roman „Der Mann mit den goldenen Ohren“, in dem der Autor die deutsche Italien-Sehnsucht auf die Schippe nimmt.

Herbert Rosendorfer wurde 1934 in Gries, Bozen geboren. Nach seinem Jurastudium arbeitete er unter anderem als Staatsanwalt und später als Amtsrichter in München. Von 1993 bis 1997 amtierte er als Richter am Oberlandesgericht Naumburg.
Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen gehören der Tukan-Preis (1977), der Jean-Paul-Preis (1999), der Deutsche Fantasypreis (2000) und der Literaturpreis der Stadt München (2005). Herbert Rosendorfer ist Träger des Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse, des Bayerischen Verdienstordens und Honorarprofessor für Bayerische Literaturgeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Foto: Norbert Hellinger

Franka Potente – Zehn: Geschichten aus Japan

Franka Potente legt mit der Geschichten-Sammlung „Zehn“ ihr drittes Buch vor. Die deutsche Schauspielerin wurde durch die Titelrolle in Tom Tykwers Film „Lola rennt“ bekannt. Diese Rolle öffnete ihr Tür und Tor zu internationalen Erfolgen, Franka Potente drehte mit berühmten Regisseuren wie Oskar Roehler oder Steven Soderbergh.

Das Buch „Zehn“ erzählt Alltagsgeschichten aus Japan. Franka Potente hat das Land in Zuge ihrer Arbeit an der Dokumentation „Underground Art“ in Tokio kennen gelernt und mehrmals bereist. Sie erzählt einfache Geschichten über Menschen, die dem Konflikt zwischen dem strengen japanischen Traditionalismus und den modernen Lebensbedingungen ausgesetzt sind. Da ist die schwangere Ikuko, die sich ein Mädchen wünscht und genau weiß, dass die Familie von ihr einen Stammhalter erwartet. Oder das Mädchen Miyu, das in einem Nachtclub arbeitet und sich in einen Polizisten verliebt.

Franka Potente beweist, dass sie schöne Geschichten erzählen kann, und macht mit den Stories in ihrem neuen Buch „Zehn“ Appetit auf mehr.

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